Krügl und Senf zur Bundesliga

Die neue Bundesligasaison hat begonnen. Mit dem LASK spielt nach sechs Jahren wieder jener Verein erstklassig, welcher 1965 als erste Mannschaft außerhalb Wiens den Meisterteller stemmen durfte. Die SV Ried hingegen musste sich nach 12 Jahren – damals schoss noch jener Sanel Kuljic die Rieder mit 34 Saisontreffern fast im Alleingang in die Bundesliga, welcher Jahre später für den größten Wettskandal Österreichs sorgen sollte – in die Zweitklassigkeit verabschieden. Aber alles Schnee von gestern.

Es ist die letzte Saison im bekannten Ligaformat bevor mit der Ligareform im kommenden Jahr der gesamte nationale Fußballbetrieb umgestaltet wird. Warum diese Umgestaltung nicht mehr als ein schlechter Witz ist und vor allem dem Amateurbereich, dem Breitensport und den strukturell schwächeren Vereinen einen Bärendienst erweisen wird, wird an dieser Stelle noch eingehender dargelegt werden.

Für heute wollen wir nur noch einmal die Partien der ersten Runde Revue passieren lassen:

Sturm vs St. Pölten 3:2

Fastabsteiger St. Pölten gelang auswärts in Graz der perfekte Saisonauftakt. Zumindest 15 Minuten lang. Nach nur 12 Minuten lagen die Niederösterreicher durch einen Doppelpack von Thürauer (3., 12.) 2:0 gegen Sturm in Führung, wobei die Grazer bei Tor 1 vermutlich zurecht Abseits reklamierten und Tor 2 unhaltbar für Neuzugang Siebenhandl abgefälscht wurde. Die Antwort auf den St. Pöltner Traumstart lieferte Zulechner bereits vier Minuten später als er mit einem Abstauber nach Zuljs Stangenschuss auf 1:2 verkürzte. Sturm fand nun auch endlich statt. Die Grazer erhöhten den Druck zusehends und nur SKN-Goalie Riegler konnte durch mehrere Paraden den Vorsprung seiner Mannschaft in die Pause retten.

In der zweiten Halbzeit drängte die Foda-Elf immer stärker auf den Ausgleich und wurde nur durch einzelne, gut angetragene Nadelstiche St. Pöltens in Bedrängnis gebracht, die sich in Hälfte 2 vermehrt dem catenaccio verschrieben hatten und in der Verteidigung zusehends Beton anrührten. Hierländer durchbrach in Minute 60 den Abwehrriegel und sorgte mit einem sehenswerten Knaller unter die Latte für den mittlerweile mehr als verdienten Ausgleich. In der Nachspielzeit wurde der gerade erst sechs Minuten vorher eingewechselte Schmid im Strafraum der St. Pöltner gelegt und Zulj verwandelte den fälligen Elfmeter souverän in die goldene Mitte zum 3:2 Endstand.

Sturm beweist Moral und Kampfgeist, während St. Pölten nach dem Cup-Debakel nun auch mit dem Saisonauftakt zu hadern hat.

Altach vs Austria 3:0

Eine der Überraschungen der ersten Runde: Die Austria geht im Ländle hinterm Arlberg unter und bringt Altach den ersten 3er seit 11. März 2017. Aigner trifft nach exakt 42 Sekunden zum schnellsten Tor der Vereinsgeschichte, während Wachler Brandner ob der Zwei-Meter-in-Abseits-Position selbst die überzeugtesten Videobeweisgegner an ihrer Meinung zweifeln ließ. Trost bekamen diese wenigstens von Austria-Trainer Fink: „Unabhängig davon, ob das erste oder dritte Tor abseits waren: Wir hätten heute hier nie gewonnen.“ Wie das 1:0 wurde nämlich auch das 3:0 von Grbic aus Abseitsposition erzielt, wenn auch deutlich knapper.

Bester Spieler bei Altach war vermutlich Austria-Neuzugang Westermann, der als violetter Innenverteidiger den einzigen regulären Treffer des Spiels für Dobras zum sehenswerten 2:0 aufgelegt hatte und auch das restliche Spiel nur gelegentlich von seinem Mitspieler Filipovic in seiner Behäbigkeit übertrumpft wurde.

In Summe dominierte die Elf von Ex-Blau Weiß Linz und nun Neo-Altachcoach Schmidt die Austria nach belieben.

WAC vs Salzburg 0:2

Bei der österreichischen Niederlassung des Milliardenkonzerns blieb alles wie gehabt: der Meistertrainer wurde wie jedes Jahr gekündigt, mit Marco Rose darf nun jener Trainer ran, der heuer mit den Jungdosen die Youth Champions League gewonnen hat. Ob der gebürtige Leipziger nach dem erwartbaren Meistertitel in der Mozartstadt bleiben wird, darf schon jetzt bezweifelt werden. Auch ansonsten ist die heimische Niederlassung durch die üblichen Postenschacher zwischen Salzburg, Leipzig und Liefering nicht ungewöhnlich aufgefallen.

Dass die UEFA zudem keinerlei wirtschaftlichen Verbindungen zwischen Leipzig und Salzburg ausmachen kann unterstreicht jedenfalls die fußballerische Integrität aller beteiligten Akteure.

Gegen die Elf von Trainer Heimo Pfeifenberger reichte eine solide Leistung um am Ende die drei Punkte aus der Lavanttal-Arena zu entführen. Yabo (29.) und Minamino (90.) trafen zum 0:2-Endstand in einer reichlich unspektakulären Partie

LASK vs Admira 3:0

Der Aufsteiger aus Pasching – das L in LASK kann hier durchaus für Verwirrung sorgen – meldete sich überzeugend in der obersten Spielklasse an. Die Admira, in den Sommermonaten vor allem durch den Transferzinober rund um Lukas Monschein zur Wiener Austria im Gespräch, konnte den Paschingern unter Neo-Coach Glasner keinerlei Gegenwehr bieten. Der Aufsteiger konnte vor ausverkauftem Heimsektor und bundesligatauglicher Unterstützung von den Rängen mit einem 2:0 Vorsprung in die Kabine gehen. Neuzugang Bruno streifte mit seinen Haarspitzen in Minute 10 einen Eckball aufs kurze Eck, bei dem Admira-Keeper Leitner nicht gerade die beste Figur machte und sich die Haut selber ins Tor bugsierte. In Minute 31 erhöhte Ramsebner mit seinem ersten Bundesligatreffer in seinem ersten Bundesligaspiel auf 2:0 – durch einen sehenswerten Kopfball.

In Hälfte zwei kamen auch die Mödlinger zu vereinzelten Chancen, ehe Michorl in Minute 64 den Sack für die im Waldstadion mit einem klassischen 3-4-3 auflaufenden LASKler.

Die Admira konnte die Abgänge mehrerer Schlüsselspieler der vergangenen Saison offenbar nicht kompensieren, während sich der LASK mit einem rundum verstärkten Team eindrucksvoll im Oberhaus zurückmeldete. „Mad Dog“ Pogatetz saß dennoch nur auf der Bank.

Rapid vs Mattersburg 2:2

Im nächsten Versuch für die Mission 33 gab’s für Rapid im Weststadion gegen den Bruderverein aus Matterburg gleich zum Auftakt zwei verlorene Punkte. Joelinton entschied sich vor 17.800 ZuseherInnen in Minute 24 gegen die Hitzeschlacht und für die kalte Dusche, als er sich an Novaks gelbwürdigem Foul am 16er mit einem Tritt revanchierte. Den Freistoß verwertete Auer nach einem zünftigen Schuss in die Mauer dann unter tatkräftiger Mithilfe von Tormann Kuster im Nachschuss. In Unterzahl in Führung liegend spielte Rapid nun gefällig auf bis Wöber mit seinem ersten Bundesligatreffer in Minute 57 zum 2:0 einköpfte und das Weststadion endgültig zum Kochen brachte.

Zumindest bis Prevljak, in der Halbzeit von Trainer Baumgartner eingewechselt, den Hexenkessel in Minute 74 quasi zum überkochen brachte und mit seinem Anschlusstreffer aus abseitsverdächtiger Position die Rapid-Viertelstunde ordentlich versalzte. Baumgartner brachte in der Folge mit Bürger den, neben Pink, Prvljak und Maierhofer mittlerweile vierten Stürmer aufs Feld und der „Major“ belohnte dieses Risiko mit seinem 50. Bundesligatreffer beim Ex-Club zum 2:2-Endstand in Minute 79.

Während Rapid den Auftakt mit einer roten Karte und einer verspielten 2:0-Führung vor heimischer Kulisse einigermaßen versemmelt hat, kann Mattersburg über den Punktgewinn beim Favoriten jubeln.

Autor: Noah Krügl
Titelbild: JackD / Wikipedia 
Artikelbild: Christian Bruckner

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