Liebe in Zeiten des Widerstands
Ich existiere, aber lebe ich auch?
Ein Gedicht von Benjamin Lapp
Versehrt noch von der unausweichlichen Traurigkeit dieser Tage begehre ich zuvorderst deine Füße mit meinen Küssen salben zu dürfen, denn sie waren es doch, die dich hin zu mir trugen, geliebte Botin der Gerechtigkeit, und herausgerissen aus meiner Lethargie fanden wir zusammen die Kraft für die ungeheuerlichen Anmaßung eine bunte Welt, mit ganz vielen großartigen Welten darin, erschaffen zu wollen.
Nunmehr in der Lumineszenz dieser gefundenen Zweisamkeit zeichnet sich immer deutlicher die Konturen unseres verborgenes Schicksal ab, als leichtfüßig tanzende Unruhestifter in diesen uns überkommenden Gezeiten des orchestrierten Todes, Geschichte und Utopie wieder eng umschlungen zueinander zu führen, alles im Takte unseres losgelösten Gelächter.
Während die Luft in den neu betretenen Räumen unserer Empfindungen schon den strengen Winter abgestreift und mit einer sanftmütigen Frühlingsbrise gesegnet ist, lassen wir, voranschreitend auf dem Pilgerpfad zum Heil und endlich befreit von quälenden Zweifeln, ein Manifest für das Leben entgegen dem so ungewissen Nichts der kommenden Zeiten von unseren Mündern perlen.
Bestärkt von der sich aufbauenden Dialektik des Vertrauens tauchen die prachtvoll wehenden Banner unserer Sehnsüchte ein in den Wind der Veränderung und beugen sich nur vor der Ewigkeit des Himmels, der allein unser Richter sein wird, wenn wir, so wunderbar leichtfüßig tanzend, mit jeder Faser unserer Körper die roten Linien der entsicherten Macht herausfordern.
Und falls ich doch drohe in erstarrender Unentschlossenheit zu straucheln, inmitten der hervorbrechenden und weithin sichtbaren Fontänen des aufziehenden Wendepunkts, dann, ja dann atmet mich die Geborgenheit deiner Lippen, geliebte Botin der Gerechtigkeit, hinein in das liebliche Gefühl neu gewonnener Unversehrtheit.
Wir leben, und doch lieben wir auch!
Titelbild: Illustration Unsere Zeitung (ki-generiert)

