Das Heizen und Heimvögel
Die kalte Jahreszeit lässt uns die Heizungen aufdrehen und die Luft wird für uns wie auch für unsere Haustiere dadurch trocken. Dies kann für unsere Vögel ernsthafte gesundheitliche Folgen haben. Neben einem angenehmen Raumklima durch regelmäßiges Stoßlüften ist es daher wichtig, besonders im Winter die Luftfeuchtigkeit im Vogelzimmer im Blick zu haben.
Ein Gastbeitrag von Elisabeth Schlumpf
Welche Luftfeuchtigkeit Vögel benötigen, hängt von ihrer Art ab. Von ihrem ursprünglichen Lebensgebiet. Insbesondre tropische Heimvögel wie Papageien und Sitticharten kommen aus Gebieten, in denen die Luftfeuchtigkeit bis zu 90 Prozent betragen. Doch wir können keinen Regenwald aus unseren Wohnzimmern machen, denn eine so hohe Raumfeuchtigkeit würde in geschlossenen Räumen rasant schnell zu Schimmel führen.
Eine Luftfeuchtigkeit von etwa 60 Prozent ist optimal im Vogelzimmer. So werden die Atemwege nicht austrocknen und der Schimmel hat keine Chance.
Eine zu trockene Luft reizt Atemwege und Lunge und schwächt die körpereigenen Abwehrkräfte. Eine Erkältung oder sogar eine Lungenentzündung kann die Folge sein. Auch die Augen werden gereizt, was Infektionen begünstigen kann. Zudem steigt die Gefahr bei zu trockener Luft für Aspergillose, auch «Schimmelpilzkrankheit» genannt.
Diese Pilze können Atemwege, Magendarmtrakt und das Nervensystem befallen. Ohne Behandlung endet diese Krankheit tödlich. Auch Menschen können Aspergillose bekommen. Die Heizungsluft begünstigt bei uns, dass Viren und Bakterien durch die ausgetrockneten Schleimhäute leichtes Spiel haben. So treten im Winter häufiger Erkältungen und andere Krankheiten auf.
Es ist sinnvoll die Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer im Blick zu behalten. Unter 30 Prozent stellt für unsere Vögel wie auch für uns Menschen ein Gesundheitsrisiko dar.
Das hilft gegen zu trockene Wohnungen
Es gibt einerseits Dampfluftbefeuchter, welche das Wasser erhitzen und in Form von Wasserdampf entweichen lassen oder Kaltluftbefeuchter, die via Ultraschall oder Ventilatoren das Wasser verdunsten lassen.
Beide haben Vor – und Nachteile. Dampfluftbefeuchter töten durch die Erhitzung viele Bakterien ab, doch kann die Hitzeentwicklung auch eine Gefahr für Mensch und Tier werden. Bei Kaltluftbefeuchtern besteht diese Gefahr nicht, doch können sie durch nicht sorgsames Reinigen zur Keimschleuder werden.
Einfacher geht es so: Legen sie eine flache Wasserschale auf die Heizung und oder legen sie ein feuchtes Handtuch auf eine kleine Wäscheleine. Auch Topflanzen begünstigen das Raumklima. Besonders geeignet ist die Grünlilie, die leicht in der Pflege ist und ungiftig für die Vögel.
Wir sollten aber unbedingt beachten, dass die Luftfeuchtigkeit nicht über 70 Prozent liegt. Gut gemeint, doch dies kann wieder Schimmel hervorrufen und zu erheblichen Gesundheitsschäden führen. Es ist von zentraler Bedeutung das richtige Maß zu finden.
Wenn wir jetzt noch im Vogelzimmer mit den richtigen Bird-Lampen arbeiten, da sie das Flackern unseren «normalen» Lampen sehen können und das UV-Licht von den Fensterscheiben ausgesperrt wird, sie ein tägliches frisches Bad bekommen neben gesunden Leckereien, kommen ihre Lieblinge wie auch Sie gesund durch den Winter.
Elisabeth Schlumpf ist Geschäftsführerin der Vogelvoliere und Wildvogelpflegestation Mythenquai in Zürich. Die Voliere existiert seit 1897 und spielt heute für den Artenschutz und die Umweltbildung eine zunehmend wichtige Rolle. In der Wildvogelstation werden jedes Jahr bis 2.000 Vögel aufgenommen, gepflegt und wieder ausgewildert.
Titelbild: Wellensittiche von Katja Hachenstein

