Teil 2 der EBEL-Serie: Olimpija Ljubljana

Olimpija LjubljanaDie „Unsere Zeitung“-Eishockeyserie geht in die zweite Runde! Heute widmen wir uns dem Team von Olimpija Ljubljana! Macht mit und postet eure Meinung als Kommentar!

Die „jungen Wilden“ aus der Drachenstadt

Turbulent ging es bei Olimpija Ljubljana in der vergangenen Saison zu. Nicht zum ersten Mal wurden Gerüchte über ausstehende Gehaltszahlungen für diverse Spieler laut. Zu Sommerbeginn hieß es sogar, dass der Verein aus der slowenischen Hauptstadt Schwierigkeiten hätte, ein Budget aufzustellen – die EBEL-Teilnahme schien in Gefahr zu sein. Allen Gerüchten zum Trotz bleibt Ljubljana der Liga erhalten und stellt ein mit jungen Talenten gespicktes Team auf.

Ein hartes Jahr

Wenig lief bei den „Drachen“ aus Slowenien im letzten Jahr zusammen. Stürmer Jeff Ulmer wechselte – angeblich wegen ausstehenden Geldern – während der Saison zum HCI, der punktebeste Spieler, der 23-Jährige Miha Verlic, trat aus denselben Gründen von seinem laufenden Vertrag zurück und spielt kommende Saison in Graz.

Meistertormann als gutes Omen?

Nachdem Olimpija Ljubljana zwischenzeitlich nur fünf Spieler unter Vertrag hatte, galt es den Kader neu aufzubauen. Herausgekommen ist ein Team, dass sich durch lediglich fünf Legionäre und viele junge Talente aus Slowenien auszeichnet.
Bekanntester Name unter den Fremdarbeitern ist Torhüter Andy Chiodo. Nach seinem Abschied aus Klagenfurt fasste der ehemalige KAC-Meistertorhüter nirgends wirklich Fuß. Mit ihm hat Olimpija – auch in der vergangenen Saisonen auf der Position des Torhüters stets gut besetzt – einen konstanten Mann mit Liga-Erfahrung bekommen.
Um Chiodo Arbeit zu ersparen, wurde ein weiterer Legionär geholt, der schon EBEL-Luft geschnuppert hat. Verteidiger Marvin Degon spielte in der Saison 2011/12 22 Spiele für den VSV und war dabei konstant, aber unauffällig. Zweiter Fremdarbeiter in der Defensive ist Ivan Sijan, zuletzt bei Medvescak Zagreb. Der Kroate bringt mit 1,90 m Körpergröße und 90 kg Verteidiger-Gardemaße mit, spielerisch sind von ihm jedoch keine Wunderdinge zu erwarten. Die Konstanten hinten bleiben Bostjan Groznik und Igor Cvetek, gespannt sein darf man auf die Leistung der jungen Spieler wie Miha Logar oder Kristjan Cepon.

Wachablöse in der Talentschmiede

Im Sturm muss Ljubljana die Abgänge der beiden jungen Topscorer Miha Verlic (23 Jahre) und Ken Ograjensek (22) verkraften. Ihnen sollen Ziga Pesut und Gregor Koblar (beide 21) folgen, die schon letzte Saison überzeugten und an den Punktemarken der erstgenannten kratzten. Unterstützt werden sie dabei von Routinier und Kapitän Ales Music. Dennoch: auf die Torausbeute von Verlic und Ograjensek kamen letzte Saison alle drei zusammen nicht. Dafür sollen mitunter die beiden US-Amerikaner Hunter Bishop und Matt White sorgen. Bishop spielte in der AHL zuletzt eine untergeordnete Rolle, hat aber in unteren Ligen bereits gezeigt, dass er weiß, wo das Tor steht. Der 24-jährigen White war vergangene Saison in der ECHL bester Torschütze seines Teams – vor Mario Lamoureux, der letztes Jahr bei seinem Auftritt in Villach allerdings mehr durch seine Kampfstärke als durch seinen Torriecher auffiel. Außerdem rückt der zweitbeste Punktesammler der U20 von Olimpija, Aljac Uduz, in die Kampfmannschaft auf. Ob dies jedoch für eine ligataugliche Offensive reichen wird, bleibt fraglich.

Ausblick

Nach einem harten letzten Jahr ist es als großer Erfolg zu werten, dass Olimpija Ljubljana der Liga erhalten bleibt. Die finanziellen Schwierigkeiten machten sich jedoch auch in der Kaderzusammenstellung bemerkbar. Die beiden größten Talente verließen den Verein, aktuell hält man nur bei fünf Legionären, bei deren Verpflichtung die Gehaltsvorstellungen nicht unwichtig gewesen sein dürften. Lediglich im Tor dürfte man vollends konkurrenzfähig sein, der letzte Platz scheint vorprogrammiert. Sollten die „jungen Wilden“ jedoch wieder derart aufspielen, wie es 2013/14 der Fall war, werden sie sich in die Herzen der Fans spielen. Und Olimpija Ljubljana hat dann auch das Zeug dazu, zumindest das Zünglein an der Waage zu sein. (am)

Alle Teile der Serie auf: Unsere Zeitung zum Eishockeyliga-Start

Bild: Alex Micheu Photography / Wikimedia Commons

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