MH17-Zwischenbericht nährt weitere Spekulationen über Abschuss

Niederländische Experten: Malaysische Passagiermaschine wurde von mehreren Objekten durchsiebt und zerbrach in der Luftmh17durchlöchert

Laut einem heute Vormittag veröffentlichten Zwischenbericht niederländischer Ermittler wurde der Absturz der malaysischen Passagiermaschine MH17 am 17. Juli über der Ost-Ukraine durch Einwirkung von außen verursacht. „Das Muster der beobachteten Schäden im vorderen Rumpf und in der Cockpitsektion des Flugzeugs entsprach dem Schaden, der zu erwarten ist, wenn eine große Anzahl hochenergetische Objekte in das Flugzeug von außen eindringen“, heißt es im Bericht wörtlich. Für einen technischen Defekt gebe es „keine Beweise“.

Somit steht fest, dass die Boeing 777 abgeschossen wurde, von wem bleibt jedoch offen. Dies auch deshalb, weil die Funksprüche weiterhin geheim bleiben, wie aus einer parlamentarischen Anfrage der Partei „Die Linke“ an die deutsche Bundesregierung hervorgeht. Obwohl Berlin der Inhalt der Funksprüche bekannt ist, wird die Angelegenheit als „Verschlusssache gemäß der Verschlusssachenanweisung (VSA) mit dem Geheimhaltungsgrad ,Geheim‘ eingestuft“. Auch die Angaben aus den Blackboxes von MH17 bleiben weiterhin unter Verschluss.

In diesem Zusammenhang sei auch an das Stillschweigeabkommen zwischen Ukraine, Niederlande, Belgien und Australien über die Ergebnisse der Untersuchung des Absturzes erinnert. Die Weitergabe von Informationen sei nur möglich, wenn alle Beteiligten einverstanden seien, verkündete Yuri Boychenko, Sprecher der ukrainischen Generalstaatsanwaltschaft, am 10. August auf einer Pressekonferenz in Kiew. Auch nach Abschluss der Untersuchungen würden nur dann Ergebnisse bekanntgegeben, wenn unter den vier Parteien Konsens darüber herrsche. Jede der Unterzeichnerstaaten habe das Recht der Veröffentlichung der Untersuchungsergebnisse ohne Begründung zu widersprechen. (siehe „Geheimakte MH17“)

Am 17. Juli stürzte eine Passagiermaschine der Malaysian Airways (MH17) über der Ostukraine nahe des Ortes Schachtarsk ab. 298 Menschen starben – darunter 193 aus den Niederlanden. Bereits nach einer Stunde vermeldete die Regierung in Kiew „pro-russissche Separatisten“ hätten das Flugzeug abgeschossen. Westliche Medien schlossen sich großteils dieser Vorverurteilung an. Die Aufständischen bestreiten den Abschuss jedoch vehement und erheben ihrerseits den Verdacht, dass die ukrainische Luftabwehr die Maschine angegriffen habe.

Der endgültige Bericht soll nach Angaben des niederländischen Sicherheitsgremiums binnen eines Jahres nach der Katastrophe veröffentlicht werden.

Link zum Zwischenbericht (pdf)

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