Auf den Spuren der PartisanInnen

sentieri-partigianiDu wanderst gerne? Du bist AntifaschistIn und würdest gerne noch italienische WiderstandskämpferInnen und ihre abenteuerlichen Geschichten aus der Resistenza kennenlernen? Dann gibt es die Möglichkeit mit Gernot Trausmuth und anderen Gleichgesinnten 2017 in die Emilia zu den „Sentieri Partigiani“ zu fahren.

Auf der Bühne des Teatro Manzoni von Vezzano sul Crostolo sitzt Giovanna und wartet mit einem freudigen Lächeln bis der Saal verstummt. Die 88jährige ist hier in den Bergen aufgewachsen, und sie kann auf eine abenteuerliche Jugend zurückblicken. Unter dem Kampfnamen „Libertà“ war sie Stafette der Partisaneneinheit „Schwarze Eule“, die Spezialkommandos gegen die deutsche Wehrmacht ausübte, Eisenbahnbrücken sprengte, Kasernen überfiel usw. Was sie den rund 100 TeilnehmerInnen aus Deutschland und Österreich erzählt, klingt aus ihrem Mund so, als ob es für einen jungen Menschen nichts Natürlicheres geben könnte, als sich mit ganzer Kraft und Leidenschaft dem Widerstand gegen Faschismus und Krieg zu widmen. Sie ist eine der letzten noch lebenden PartisanInnen aus dem Zweiten Weltkrieg, die in der Region um Reggio Emilia in der Resistenza, de antifaschistischen Widerstand zwischen 1943 und 1945 aktiv waren.

Ein anderer von ihnen ist der 90jährige „Volpe“, der als Lehrling in einem Radiogeschäft in die Berge ging und sich den Partisanen anschloss – mit dem Hunger als ständigem Wegbegleiter. So tragisch die Dinge sind, die auch er erleben musste, so fallen ihm doch ständig auch witzige Anekdoten über die Resistenza ein.

Das Istoreco hat sich zur Aufgabe gestellt die Erinnerung an die Resistenza wachzuhalten. Rund um den 25. April, dem Tag der Befreiung vom Faschismus, und um den 8. September, den Tag des Beginns des bewaffneten Widerstands gegen die Nazis, organisieren Matthias Durchfeld und sein Team die „Sentieri Partigiani“. Die TeilnehmerInnen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz wandern dabei vier Tage lang mit diesen hervorragenden HistorikerInnen zu den Orten des Partisanenkampfes in den Bergen des Reggianer Appenin. Bei jedem größeren Zwischenstopp sind Zeitzeugengespräche eingeplant, die den Widerstand von vor über 70 Jahren noch einmal lebendig werden lassen.

2017 wollen wir mit einer größeren Gruppe aus Österreich an den „Sentieri Partigiani“ teilnehmen. Interessierte können sich unter info@gernottrausmuth.at voranmelden.

Autor: Gernot Trausmuth
Foto: sentieripartigiani.it; Titelbild: pixabay.com (CC0 Public Domain)

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