Bald geht es wieder los – es bleibt, wie es ist! (Teil 1)

Der 1. Januar 1975 war der Tag des Weltuntergangs – der 19. April 2020 wird der Tag der Weltauferstehung

Ein Gastbeitrag von Klaus Hecker

Die Zeugen Jehovas haben seinerzeit den 1. Januar 1975 als Datum des Weltuntergangs prophezeit. Dafür sind sie verlacht worden. Zu Recht.

Merkel und Co. erklären den 19. April 2020 zum Tag der nationalen Wiederauferstehung. Dafür sind sie nicht verlacht worden. Zu Recht – aber leider aus falschen Gründen. Die ehrwürdige Wissenschaftsakademie Leopoldina hat in Gestalt von 26 Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Bereichen schon einmal den Weg gewiesen. Mehr Adelung politischer Beschlüsse mit diesem Verein im Hintergrund geht nicht: Hier hat der Weltgeist sich materialisiert.

Ich möchte im Folgenden allerdings dahingehend argumentieren, dass das, was hier scheinbar dem Reagenzglas von unseren Nationalvirologen Wieler und Drosten abgelauscht wurde und wird, dann durch Leopoldina geisteswissenschaftlich noch aufgestockt, sich einer ganz anderen eigentümlichen Mixtur gesellschaftlich gültiger Kriterien verdankt. Ziemlich weit vorne dabei (Ganz oben auf der Liste): Wie steht’s mit der Gewinnmaximierung und dem Ausbeutungsmaterial, das es dafür braucht – in diesem Zusammenhang Volksgesundheit benannt.

 Das magische, aber falsche Viereck

Allerdings gleicht das gewöhnliche, in der Gesellschaft kursierende Vorstellungsbild den Entscheidungsprozess betreffend eher einem Viereck – durchaus auch in linken Kreisen verbreitet:

  • Hier das naturwissenschaftliche Unschuldslamm namens Corona.
  • welches nun in das gewinnorientierte Krankenhaus geliefert  wird und dort ins Bett gelegt wird.
  • Jetzt die Experten Wieler und Drosten
  • und schließlich die Politiker, die als Träger der Gesamtverantwortung den Expertenrat unter Berücksichtigung von als Sachzwang definierten Dingen in die Praxis umsetzen.

Nun rückt der Reihe nach aus jeder Ecke einer vor und alle ergänzen sich.

Dieses Bild ist insofern schief, als das Virus dort in einem äußerlichen Verhältnis zu der kapitalistischen Ordnung steht.

Demgegenüber wäre zu erkennen, dass das Virus selbst auch bereits in seiner einfachen Naturwissenschaftlichkeit kapitalistisch verseucht ist.

Das Virus ist nicht einfach da oder angeflogen gekommen, sondern Produkt einer kapitalistischen Kalkulation, es in seinen Anfangsgründen nicht weiter unter die Lupe nehmen zu wollen. Das könnte man Geburtshilfe nennen. In dem von Virologen 2012 für die Regierung erstellten Epidemieplan ist genau von einem solchen Szenario die Rede, mit dem wir es jetzt zu tun haben. Da wurde abgewunken. So kann man ein Virus anzüchten.

Gesundheitliches Elend – kein Versagen, sondern Resultat systemimmanenter Logik

Dass Gewinnmargen die Gesundheitsfürsorge bestimmen, wird kritisch eher und gerne in anderen Länder beobachtet.

Die USA haben das beste Gesundheitssystem der Welt – für Millionäre.

Bezogen auf die Bevölkerungsbreite ist das dortige System kollabiert. Dort reisen sozial denkende Zahnärzte gelegentlich durchs Land, um in Turnhallen kostenfreie zahnärztliche Behandlungen durchzuführen.

Ecuador zeigt, dass die westlichen Mächte in Gestalt des IWF ihre Margen u.a. aus dem Gesundheitswesen ziehen, welches seine Leistungen in den letzten Jahren um 30% reduziert hat, mit verheerenden Folgen.

Die Verstorbenen liegen in den Armenvierteln auf der Straße und werden von Anwohnern aus Verzweiflung dort schließlich verbrannt.

Dass unter Federführung Deutschlands während der Finanzkrise das griechische Gesundheitswesen zum Kollaps geführt wurde, ist bekannt.

Aber auch in Deutschland ist ersichtlich, was es bedeutet, wenn Gesundheit als Gewinnmaschine aufgezogen wird:

Für die Betrachtung unter dem Gesichtspunkt einer Fallpauschale ist der Corona-Infizierte nicht wirklich nützlich oder ergiebig.

Wenn der Kapitalismus sich rühmt, wie effektiv die just-in-time Produktion ist, da die Lagerhaltung auf die Autobahn verlegt wurde, so nun, was Schutzbekleidung betrifft: „just“ ist nichts da und „in-time“ auch nicht. Wie soll Vorsorge, wie soll denn Lagerplatz sich auch in den hier geltenden Kriterien abbilden?

Wie wäre es nun, dies nicht als leider verpasste, aber eigentlich angepeilte Versorgung zu betrachten, sondern als systematische Konsequenz einer kapitalistischen Gesellschaft, welcher alle Lebensbereiche der Gewinnmaximierung unterwirft und Vorsorge nun einmal als dysfunktionaler Kostenfaktor zu betrachten ist.

Nationalismus als medizinisches Schutzprogramm

Mailand ist 300 km von München entfernt, nach Hamburg sind es 900 km. Es scheint einleuchtend zu sein, dass Schutzmaßnahmen bei einer Fahrt nach Italien – man könnte auch Österreich als Beispiel anführen – einen ganz anderen Charakter annehmen und annehmen müssen als nach Hamburg. Im ersten Fall ist hier der Zöllner der Oberarzt. Das leuchtet nur ein, wenn man in nationalstaatlichen Kriterien denkt und deren Wahrheit durch die Praxis an der Grenze beglaubigt. Eine umspannende Betrachtung nach Hotspots hat spätestens an der Grenze aufzuhören.

Klaus Hecker, geb. 08.09.1954 in Wetzlar, dort 1973 Abitur. Studium Der Fächer Deutsch, Politik, Philosophie für das Lehramt an Gymnasien. Von 1985 – 2017 Gymnasiallehrer an der Carl-Strehl-Schule (Deutsche Blindenstudienanstalt), einem Gymnasium für Sehbehinderte und Blinde. Als politischer engagierter Mensch hat er Zeit seines Lebens in vielen sozialen Initiativen gearbeitet und tut das immer noch.

Titelbild: Sathish kumar Periyasamy auf Pixabay


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