Amnesty International fordert weltweite Verteilungsgerechtigkeit bei Impfstoffen

Am heutigen Tag der Menschenrechte pocht die NGO Amnesty International nicht nur auf eine gerechte Verteilung des COVID-19-Impfstoffes, sondern ruft auch dazu auf, die Pandemie als soziale Krise zu begreifen: „Wir dürfen niemanden zurücklassen!“

Von Moritz Ettlinger

Obwohl sie allen Menschen zustehen, werden sie an vielen Orten der Welt noch immer mit Füßen getreten: die Menschenrechte. Daran soll der internationale Tag der Menschenrechte erinnern, der jährlich am 10. Dezember begangen wird.

Zu diesem Anlass fordert die Menschenrechtsorganisation Amnesty International die Weltgemeinschaft in einer Presseaussendung dazu auf, dass der Zugang zu COVID-19 Impfstoffen nicht am Geldbeutel hängen darf, sondern weltweit fair verteilt werden muss.

„Der Zugang zu diesen Impfstoffen darf sich nicht danach richten, wer am meisten bezahlt. Alle Menschen, egal, ob sie ihn sich leisten können oder nicht, müssen rasch und unkompliziert Zugang zu diesen überlebenswichtigen Gesundheitsmaßnahmen haben“, verlangt die Geschäftsführerin von Amnesty International Österreich, Annemarie Schlack.

Eine Impfpflicht lehnt Amnesty hingegen grundsätzlich ab. Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, sollen nicht strafrechtlich verfolgt, diskriminiert oder vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden dürfen, so die NGO in der Presseaussendung.

Mehr Schutz für den Gesundheitsbereich

Angaben von Amnesty International zufolge sind bis Anfang September diesen Jahres mehr als 7000 Menschen aus Gesundheitsberufen an den Folgen einer COVID-19-Infektion gestorben. Für Amnesty Grund genug für ein vernichtendes Urteil: Regierungen weltweit hätten darin versagt, Mitarbeiter_innen des Gesundheitswesens zu schützen.

Aber auch Menschen in atypischen oder prekären Arbeitsverhältnissen hätte keinen ausreichenden Schutz vor dem Virus bekommen. „Politisch Verantwortliche müssen in den nächsten Monaten verstärkt sichere und gesunde Arbeitsbedingungen für alle Menschen gewährleisten – insbesondere für jene Menschen, die aufgrund ihrer Beschäftigung dem Virus ausgesetzt sind oder sich nicht ausreichend schützen können”, drängt Schlack auf eine Verbesserung der Situation in den nächsten Wochen und Monaten.

Die Pandemie als soziale Krise

Die Corona-Krise hat jedoch nicht nur gesundheitliche, sondern auch soziale Folgen für Millionen Menschen weltweit. Armutsgefährdete Menschen, Alleinerzieher_innen oder 24h-Pflegebetreuer_innen sind laut Amnesty International in Österreich besonders von der Pandemie betroffen. Es habe sich auch in Österreich gezeigt, „dass die Maßnahmen, die die sozialen Folgen der Pandemie abfedern sollten, nicht ausreichend waren.“

Annemarie Schlack wirbt deshalb für Solidarität: „Um durch diese Krise gestärkt zu kommen, wird es besonders wichtig sein, dass wir niemanden zurückzulassen!“ Denn: „Ein menschenwürdiges Leben für alle ist keine Wohltätigkeit des Staates oder parteipolitisches Programm, sondern ein Menschenrecht.“


Titelbild: cottonbro auf Pexels

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