Julian Assange erhält Karl-Renner-Preis für verfolgte Journalist*innen

Der Dr. Karl-Renner-Solidaritätspreis des Österreichischen Journalist*innen Club (ÖJC) geht in diesem Jahr an den australischen Journalisten Julian Assange. Der Preis wird im Dezember 2021 in Wien vergeben.

Das gab der ÖJC am Dienstag in einer Aussendung bekannt und forderte zugleich die Freilassung von Julian Assange aus dem britischen Hochsicherheitsgefängnis HMP Belmarsh in London, wo er seit zwei Jahren ohne Verurteilung festgehalten wird – zu menschenunwürdigen Bedingungen. Bei einer Auslieferung in die USA und einer Verurteilung dort drohen Assange 175 Jahre Haft.

„Mit der Vergabe des Dr. Karl Renner-Solidaritätspreises an Julian Assange verbinden wir die Forderung nach seiner sofortigen Freilassung, damit auch seine Verlobte und seine zwei kleinen Söhne ihn wieder in die Arme schließen können“, wird ÖJC-Präsident Oswald Klotz in der Aussendung zitiert.

Julian Assange hat mit der Enthüllungsplattform WikiLeaks unter anderem mehrere US-amerikanische Kriegsverbrechen im Irak sowie Korruption innerhalb der Demokratischen Partei der USA aufgedeckt. „Er hat das einzig Richtige getan“, so Klotz. Und weiter: „Es darf nicht sein, dass sich mächtige Staaten wie die USA, Großbritannien und Schweden gegen einen einzelnen Menschen verschwören und ihn vor den Augen der Weltöffentlichkeit zu Grunde richten – und das ohne Verurteilung.“

Der Dr. Karl-Renner-Solidaritätspreis wird seit 2017 an verfolgte Journalist*innen vergeben, die aufgrund ihrer journalistischen Tätigkeit zu Unrecht inhaftiert worden sind. Bisherige Preisträger*innen waren Deniz Yücel, Meşale Tolu und Max Zirngast, die allesamt unrechtmäßig in der Türkei inhaftiert waren.

Dr. Karl Renner zählt zu den bedeutendsten Politiker*innen der österreichischen Geschichte. Sowohl zu Beginn der Ersten als auch der Zweiten Republik bekleidete der Jurist das Amt des Staatskanzlers, zwischen 1945 und seinem Tod 1950 war er der erste Bundespräsident der Zweiten Republik. Unter anderem ist es dem SPÖ-Politiker zu verdanken, dass es bereits 1945 in Österreich demokratische Wahlen im ganzen Land gab. Kritik an Renner wird des Öfteren aufgrund seiner Befürwortung des „Anschlusses“ an Hitler-Deutschland im Jahr 1938 geäußert.


Text: Moritz Ettlinger
Titelbild: Espen Moe, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

DANKE, DASS DU DIESEN ARTIKEL BIS ZUM ENDE GELESEN HAST!

Unsere Zeitung ist ein demokratisches Projekt, unabhängig von Parteien, Konzernen oder Milliardären. Bisher machen wir unsere Arbeit zum größten Teil ehrenamtlich. Wir würden gerne allen unseren Redakteur_innen ein Honorar zahlen, sind dazu aber leider finanziell noch nicht in der Lage. Wenn du möchtest, dass sich das ändert und dir auch sonst gefällt, was wir machen, kannst du uns auf der Plattform Steady mit 3, 6 oder 9 Euro im Monat unterstützen. Jeder kleine Betrag kann Großes bewirken! Alle Infos dazu findest du, wenn du unten auf den Button klickst.

close

Trag dich ein!

Du erhältst jeden Montag die aktuellen Artikel kostenlos in Deine Mailbox.

Wir versprechen, dass wir keinen Spam versenden! Impressum

Artikel teilen/drucken:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.