Grüner Pass: Österreich hält sich nicht an EU-Empfehlung

Europaweit gilt Corona-Impfzertifikat auch ohne Booster insgesamt 9 Monate Österreich kriminalisiert ab 1. Februar auch doppelt Geimpfte

Für über 320.000 Menschen in Österreich ist es ab Dienstag so weit: Trotz zweifacher Impfung läuft ihr Grüner Pass ab, obwohl die Europäische Union eine Schonfrist von drei weiteren Monaten vorsieht, bis man sich den dritten Stich holen muss.

Wörtlich heißt es in einer Pressemitteilung der EU-Kommission vom 21. Dezember 2021 zum EU Digital COVID Certificate, welches in 60 Länder und Territorien auf fünf Kontinenten angewendet wird: „Auffrischungsdosen werden spätestens sechs Monate nach Abschluss des ersten Impfzyklus empfohlen. Das Zertifikat bleibt über diese sechs Monate hinaus für eine Nachfrist von weiteren drei Monaten gültig, um sicherzustellen, dass sich die nationalen Impfkampagnen anpassen können und die Bürger Zugang zu Auffrischungsdosen haben.“

Didier Reynders, EU-Justizkommissar, macht deutlich:

„Das digitale EU-COVID-Zertifikat ist eine Erfolgsgeschichte. Einseitige Maßnahmen in den Mitgliedstaaten würden uns zurück zu der Fragmentierung und den Unsicherheiten bringen, die wir im letzten Frühjahr erlebt haben.“

Neben den in der EU zugelassenen Impfstoffen sollen künftig auch von der WHO oder nationalen Behörden akzeptierte Vakzine ausreichen, also neben den hierzulande verbreiteten auch etwa die von Novavax, dem chinesischen Hersteller Sinovac oder dem indischen Hersteller Bharat, berichtet im selben Zusammenhang der Berliner Tagesspiegel.

„Das Mindeste, was wir alle erwarten können, ist, dass die Mitgliedstaaten diese Empfehlung auch umsetzen“, wird ein Sprecher der EU-Kommission zitiert.

Österreich scheint dies allerdings in einigen Punkten zu ignorieren. Ab 1. Februar laufen laut Angaben vom Freitag insgesamt 323.621 Impfzertifikate ab und jene Menschen, die sich aus freien Stücken für zwei Impfungen entschieden haben, werden aufgrund der bis 12. Februar im Handel und bis 19. Februar in der Gastronomie geltenden 2G-Regel aus dem öffentlichen Leben ausgeschlossen. Mit der ebenso ab Dienstag in Kraft tretenden Impfpflicht stehen sie darüber hinaus mit (mindestens) einem Fuß im Kriminal.

Text: Michael Wögerer
Titelbild: ec.europa.eu

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Ein Gedanke zu „Grüner Pass: Österreich hält sich nicht an EU-Empfehlung

  • 3. Februar 2022 um 12:47
    Permalink

    Das Schlimme ist, wie ich finde, dass alle über einen Kamm geschert werden:

    Diejenigen, die ihre Ruhe haben wollten und halt zweimal geimpft sind, werden jetzt genauso kriminalisiert, wie die „Verschwörungstheoretiker“, die hinter jedem Baum 2020 den Impfzwang vermutet haben, der uns heute einholt.

    Dann gibt es die Genesenen, die es garnicht geben sollte: Wenn diese Angst vor einer Überreaktion des Immunsystems haben, weil sie eh genug Antikörper haben und dann noch drübergeboostert wird mit zwei Stichen…

    Und dann gibt es die Totgeschwiegenen, die Leute, die meinen, vom Impfen Nebenwirkungen bekommen zu haben. Und Entschuldigung, den Verweis auf Schmerzen an der Einstichstelle finde ich langsam echt lächerlich…

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