Peru: Über 50 Prozent von Ernährungsunsicherheit betroffen

Mehr als die Hälfte der peruanischen Bevölkerung ist seit der Pandemie von Ernährungsunsicherheit betroffen.

Von Servindi / NPLA

Einem aktuellen Bericht der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zufolge ist Peru das Land mit der größten Ernährungsunsicherheit in Südamerika. 16,6 Millionen, also mehr als 50 Prozent der Bevölkerung sind von Ernährungsunsicherheit betroffen. Vor der Pandemie waren es über als 8 Millionen. Ein so rapider Anstieg hat  in diesem Land bisher noch nie stattgefunden. Indikatoren für Ernährungsunsicherheit sind Anämie, Untergewicht, Übergewicht und Fettleibigkeit. Auf einer Konferenz wies die FAO darauf hin, dass 2,7 Millionen Menschen an Unterernährung und 1,8 Millionen Frauen im Alter zwischen 15 und 49 Jahren an Anämie erkrankt sind. Ursache sei die Ernährungsunsicherheit, die wiederum auf die steigende Armut zurückzuführen sei: Das Minimum zur Sicherung einer ausreichenden, ausgewogenen und gesunden Ernährung liege in Peru bei 3,28 US-Dollar pro Person und Tag.

Beschleunigte Zunahme der Armut

Nach Angaben des Staatlichen Statistischen Instituts INEI lebten 2019 20,2 Prozent der Bevölkerung in Armut; im Laufe des Jahres 2020 stieg der Anteil auf 30,1 Prozent und ging im folgenden Jahr auf 25,9 Prozent zurück. Durch die Pandemie sind die Zahlen nun enorm gestiegen. In dieser Situation bleibt den Menschen keine andere Wahl als der Verzehr von  ultra-verarbeitete Lebensmitteln mit einem hohen Anteil an Zucker, Salz und gesättigten Fetten, die der Gesundheit schaden. Die derzeitige weltweite Krise verschlimmert die Situation durch die übermäßige Inflation und die steigenden Lebensmittel- und Kraftstoffpreise. Die FAO zeigt sich angesichts der Situation sehr besorgt und ruft zu dringenden und nachhaltigen Maßnahmen seitens der Regierung, der Zivilgesellschaft, des Privatsektors, der Medien und der Wissenschaft auf. Die Ernsthaftigkeit der aktuellen Lage erfordere eine internationale Zusammenarbeit, so die FAO.


Dieser Beitrag erschien am 31.08.022 auf npla.de, lizensiert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international. Originalartikel: servindi.org

Titelbild: Lukas Bieri auf Pixabay 

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