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Welternährungstag: 780 Millionen Menschen weltweit leiden Hunger

Der Hunger auf der Welt ist seit Beginn der Pandemie wieder gestiegen, NGOs fordern den Ausbau von humanitärer Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit.

Rund 780 Millionen Menschen leiden nach Angaben der Vereinten Nationen weltweit Hunger. Fast fünfzig Millionen Kinder sind durch schwere Auszehrung in Lebensgefahr. Darauf soll der Welternährungstag am 16. Oktober aufmerksam machen.

Der Aktionstag 2023 steht unter dem Motto „Wasser ist Leben“. Die Welternährungsorganisation (FAO) der Vereinten Nationen weist darauf hin, dass weltweit rund 2,4 Milliarden Menschen in wasserarmen Ländern leben. 

Außerdem sind 600 Millionen Menschen von aquatischen Nahrungsmittelsystemen – also von Tieren und Pflanzen, die im Wasser gefangen oder geerntet werden –  abhängig. Diese Nahrung sei von Umweltverschmutzung und den Auswirkungen der Klimakrise besonders betroffen, so die FAO.

Stillstand beim Welthunger

Hilfsorganisationen wie die Caritas kritisieren, dass es bei der Bekämpfung von Hunger durch die und seit der Pandemie zu einem Stillstand gekommen ist. 9,2 Prozent der Weltbevölkerung sind derzeit von Hunger betroffen, vor der Pandemie waren es noch 7,9 Prozent. 2,4 Milliarden Menschen leider unter Ernährungsunsicherheit.

„Die Vereinten Nationen hatten sich eigentlich zum Ziel gesetzt, dass bis 2030 niemand mehr Hunger leiden muss auf der Welt. Dieses Ziel scheint in weiter Ferne“, sagt Andreas Knapp, Caritas Österreich-Generalsekretär für Internationale Programme.

Als Gründe dafür Grund dafür sieht Knapp neben der Pandemie vor allem die sich ausweitenden Kriege und Konflikte weltweit, die voranschreitende Klimakrise sowie die dadurch begünstigten Umweltkatastrophen.

„Obwohl sie am wenigsten dazu beitragen, leiden Menschen im Globalen Süden am meisten unter den Auswirkungen der Klimakrise“, sagt Knapp. „Das ist eine himmelschreiende Ungerechtigkeit und der Treiber für Hunger weltweit.“ Die Caritas fordert daher Österreich zum Ausbau der humanitären Hilfe auf und mehr Mittel für „bilaterale Entwicklungszusammenarbeit“.

„Es ist vor allem die globale Krisenspirale aus Konflikten und Kriegen, Klimakrise und Gesundheitskrisen, die den Hunger und die Armut auf der Welt anheizt“, sagt auch Lukas Wank, Geschäftsführer der AG Globale Verantwortung.

„Wohlhabende Staaten wie Österreich sind dazu aufgerufen, ihre Mittel für akute Nahrungsmittelhilfe und langfristige Programme, die unter anderem die Ernährungssicherheit im Globalen Süden nachhaltig stärken, zu erhöhen“, so Wank.

Besonders betroffen seien Menschen mit Behinderungen, merkt die Nichtregierungsorganisation Licht für die Welt an. „Menschen mit Behinderungen sind von Armut und Hunger doppelt so häufig betroffen wie Menschen ohne Behinderungen“, heißt es in einer Aussendung.

FAO: Ernährungssicherheit für alle

Seit 1979 wird der Welternährungstag jährlich am 16. Oktober begangen. Eingeführt wurde der Aktionstag anlässlich der Gründung der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO), einer Sonderorganisation der UNO, am 16. Oktober 1945.

Diese hat zum Ziel, Ernährungssicherheit für alle Menschen auf dem Planeten zu erreichen und einen regelmäßigen Zugang zu ausreichend hochwertigen Nahrungsmitteln sicherzustellen.


Text: Moritz Ettlinger
Titelbild:
 Radek ŠpátaPixabay

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