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Mexiko: Tren Maya gefährdet neu entdeckte Seekühe

In den überfluteten Höhlensystemen der Yucatan-Halbinsel in Mexiko wurden Seekühe entdeckt. Diese werden durch die Baumaßnahmen des Tren Maya gefährdet.

Von Desinformémonos / NPLA

Der Höhlentaucher Klaus Thymann berichtete auf der Website New Scientist über die Entdeckung von Seekühen im überfluteten Höhlensystem der Yucatan-Halbinsel. Er warnte, dass eine neue Baustrecke des Maya-Zugs „den Wasserfluss im Höhlensystem blockieren könnte, wodurch ihm der Sauerstoff entzogen würde und die Seekühe möglicherweise eingesperrt werden könnten“.

In der Videodokumentation, die auf der populärwissenschaftlichen Website veröffentlicht wurde, weist Thymann darauf hin, dass eine intensive Entwicklung der Region zum Tod aller Tiere des Ökosystems führen würde. Das käme daher, da der Lebensraum gefährdet und die Gewässer belastet wären.

Die Bilder zeigen eine Seekuh-Mutter mit ihrem Kalb in dem Höhlensystem, das bis zu 16.000 Kilometer lang sein könnte und die Küste mit Süßwasser-Cenoten verbindet. „Die Seekühe sind wahrscheinlich schon seit Generationen in der Region“, fügte Thymann hinzu, der davor warnte, dass sich die Baumaßnahmen auf die bedrohten Arten auswirken würden.

Die Entdeckung der Seekühe wurde zur gleichen Zeit veröffentlicht, als Höhlenforscher*innen die Löcher mit riesigen Beton- und Stahlpfeilern im System der Höhlen, Cenoten und unterirdischen Flüsse der Halbinsel Yucatan zeigten. Diese wurden für den Bau des „Tren Maya“ angelegt. Die Höhlenforscher*innen erklärten, dass „die Schäden irreparabel sind“ und dass die Materialien am Ende korrodieren und das Wasser verseuchen werden.

Seit zwei Jahren prangern Höhlenforscher*innen die Gefährdung des Höhlennetzes und der unterirdischen Flüsse in der Region durch den Maya-Zug an, sprachen damals aber nur von Bauarbeiten oberhalb dieses Systems. Jetzt haben die Fachleute enthüllt, dass die Höhlen für das staatliche Megaprojekt durchbohrt werden, obwohl die Regierungsbehörden und das Nationale Institut für Anthropologie und Geschichte (INAH) zugesichert hatten, dass sie geschützt werden.


Dieser Beitrag erschien am 06.02.2023 auf npla.de, lizensiert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international. Originalartikel: desinformemonos.org

Titelbild: Ramos Keith, U.S. Fish and Wildlife Service, Public domain, via Wikimedia Commons

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