„Mayors for Peace“: Graz setzt Zeichen für eine Welt ohne Atomwaffen
8. Juli: Grazer Rathaus mit Friedensfahne beflaggt – Bürgermeisterin Elke Kahr: „Wir dürfen die Welt nicht den Despoten und Kriegstreibern überlassen.“
Vor dem Wahnsinn der nuklearen Aufrüstung warnen am heutigen 8. Juli weltweit Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, die in der Vereinigung Mayors for Peace zusammengeschlossen sind. Das vom damaligen Bürgermeister von Hiroshima 1982 gegründet Netzwerk setzt sich vor allem für die Abschaffung von Atomwaffen ein, greift aber auch aktuelle Themen auf, um für ein friedvolles Miteinander einzutreten. Mehr als 8.500 Städte gehören der Organisation an, darunter auch 127 Gemeinden aus Österreich (u.a. die Landeshauptstädte Wien, Graz, Linz, Salzburg, Innsbruck, Klagenfurt, St. Pölten und Bregenz).
Elke Kahr: „Frieden ist leider keine Selbstverständlichkeit“

Zum weltweiten Flaggentag wurde heute das Grazer Rathaus mit einer Friedensfahne beflaggt. Frieden sei „leider keine Selbstverständlichkeit“, erklärt dazu Bürgermeisterin Elke Kahr. Angesichts der Kriege in der Ukraine, im Nahen Osten, im Iran und in anderen Regionen, des Zerstörungspotenzials von Atomwaffen und einer „immer stärker ausufernden weltweiten Aufrüstungspolitik“ müssten Diplomatie und internationale Zusammenarbeit wieder mehr Gewicht bekommen. „Wir dürfen die Welt nicht den Despoten und Kriegstreibern überlassen“, so Kahr.
Warum der 8. Juli?
Der Flaggentag erinnert an ein Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofes in Den Haag vom 8. Juli 1996. Damals stellte der Gerichtshof fest, dass die Androhung des Einsatzes und der Einsatz von Atomwaffen generell gegen das Völkerrecht verstoßen. Zudem bestehe eine völkerrechtliche Verpflichtung „in redlicher Absicht Verhandlungen zu führen und zum Abschluss zu bringen, die zu nuklearer Abrüstung in allen ihren Aspekten unter strikter und wirksamer internationaler Kontrolle führen.“
Das Bürgermeisternetzwerk für Frieden

Aktuell (Stand: 1. Juli 2026) zählen in Österreich 127 Bürgermeister:innen – von insgesamt 2.097 österreichischen Gemeinden – zu den Mayors for Peace (MfP). Zuletzt trat der Bürgermeister von Moosdorf (OÖ), Manfred Emersberger (SPÖ), der Friedensorganisation bei.
MfP zielt darauf ab, seine Mitgliedschaft zu erweitern, um einen echten Impuls für die Verwirklichung einer friedlichen Welt ohne Atomwaffen zu schaffen. Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, die sich der Initiative anschließen und damit auch regelmäßig Friedensaktivitäten in ihrer Gemeinde veranstalten wollen, können dies einfach durch Ausfüllen des Beitrittsformulars tun:
- Einladungsbrief inkl. Beitrittsformular von MATSUI Kazumi, Bürgermeister von Hiroshima und Präsident der Bürgermeister:innen für den Frieden
- Formular zum AUsfüllen via PC für den Beitritt zur Initiative Mayors for Peace
- Mögliche Aktivitäten der Friedensgemeinden (Zusammenstellung: AbFaNG)
Titelbild: Georg Fuchs/Stadt Graz

