Der Ukraine-Konflikt – Eine Chronologie

Bei gewaltsamen Zusammenstößen von 18. bis 20. Februar 2014 zwischen der von EU und USA unterstützten Euromaidan-Bewegung mit ukrainischen Sicherheitskräften werden in Kiew fast 90 Menschen getötet. Opfer gibt es auf beiden Seiten, wer die Täter sind, ist auch Monate später noch ungewiss.

Kurz darauf erklärt das ukrainische Parlament mit fraglichen Mehrheiten den gewählten Präsidenten Viktor Janukowitsch für abgesetzt. Übergangspräsident (d.h. nicht durch Wahlen legitimiert) wird der frühere Parlamentspräsident Alexander Turtschinow, der zusammen mit Übergangspremier Arsenij Jazenjuk (beide von der nationalistischen Vaterlandspartei) die Spitze der ukrainischen Übergangsregierung bildet.

Der Umsturz in Kiew und ein vom Parlament geplantes – später jedoch wieder zurückgezogenes – Gesetz, das die russische Sprache in der Ukraine verbieten sollte, verunsichert die in weiten Teilen der Ostukraine und auf der Krim befindlichen vornehmlich russischsprachigen Ukrainer.

Am 16. März stimmt die große Mehrheit der Krim-Bewohner in einem Referendum für den Beitritt zu Russland, die diesen akzeptiert. Daraufhin leiten USA und die EU Strafmaßnahmen gegen Russland ein.

Im Osten der Ukraine kommt es Anfang April zu Unruhen. Bei Demonstrationen besetzen russischsprachige Aktivisten Verwaltungsgebäude in den Millionenstädten Charkiw und Donezk sowie später in weiteren Orten. Sie fordern Referenden über eine Abspaltung der Ostukraine von Kiew und rufen souveräne Volksrepubliken aus.

Die Übergangsregierung in Kiew reagiert mit einem „Anti-Terror-Einsatz“ auf die Proteste im Osten, der bis heute andauert. Erster trauriger Höhepunkt ist das am 2. Mai von anti-russischen Schlägertrupps durchgeführte Massaker in der Hafenstadt Odessa, bei dem durch einen gezielt gelegten Brand in einem Gewerkschaftshaus mindestens 42 Menschen sterben.

Am 11. Mai findet in der Ostukraine ein selbstorganisiertes Referendum über die Unabhängigkeit der Region statt. Nach Angaben der Aufständischen sprechen sich dabei 89 Prozent für eine Abspaltung von Kiew aus. Russland bezeichnet das Referendum als legitim, während es der Westen nicht anerkennt.

Die am 25. Mai durchgeführten Präsidentschaftswahlen werden in weiten Teilen der Ostukraine boykottiert, der pro-europäische Oligarch Petro Poroschenko erhält mehr als 50 Prozent der abgegebenen Stimmen und entscheidet die Wahlen im ersten Durchgang für sich. Der „Anti-Terror-Einsatz“ gegen die Aufständischen im Osten wird mit voller Härte weitergeführt.

Aus bisher ungeklärter Ursache stürzt am 17. Juli eine Passagiermaschine der Malaysian Airways (MH 17) über der Ostukraine nahe des Ortes Schachtarsk ab. 298 Menschen sterben – darunter 193 aus den Niederlanden. Bereits nach einer Stunde vermeldet die Regierung in Kiew „pro-russissche Separatisten“ hätten das Flugzeug abgeschossen. Westliche Medien schließen sich großteils dieser Vorverurteilungen an. Die Aufständischen bestreiten den Abschuss jedoch vehement und erheben ihrerseits den Verdacht, dass die ukrainische Luftabwehr die Maschine angegriffen habe. Internationale Experten untersuchen aktuell die Unglücksstelle und werten die Daten des Cockpit-Stimmenrekorders (Black-Box) aus.

Fotocollage: Unsere Zeitung

Siehe auch: Der Ukraine-Konflikt in Zahlen (Infografik/Sputnik)

Stand: 5. August 2014

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