„Mein Kampf“ für das Zölibat

SONY DSCHitler-Vergleich eines Vorarlberger Priesters schlägt Wellen

St. Gallenkirch – Wenn ein greiser Priester das Zölibat verteidigt, ist das keine Sensation – die Aufhebung dessen würde ihm wohl wenig bringen. In welcher Form dies Eberhard Amann (84), Pfarrer von St. Gallenkirch in Vorarlberg, tat, schlägt allerdings hohe Wellen. Im April-Pfarrblatt geißelt der schon bisher als FPÖ-Sympathisant bekannte „Geistliche“ die Absicht der „Neomarxisten“ nach „Abschaffung des Cölibats“ (sic!) und würdigt Adolf Hitler, der nicht heiratete, „weil er wie die Priester für ihre Pfarrgemeinde so auch er ganz nur für das deutsche Volk da sein will!“

pfarrblatt_hitlerAuch aus seiner Nähe zur FPÖ machte der Rechtsausleger christlicher Lehren bisher kein Hehl. 2009 warb Amann in einem Inserat in den Vorarlberger Nachrichten für Landesrat und FP-Chef Dieter Egger und verteidigte ihn gegen Antisemitismusvorwürfe. Egger hatte den Direktor des Jüdischem Museums Hohenems, Hanno Loewy, im Landtagswahlkampf 2009 als „Exiljuden aus Amerika“ bezeichnet, woraufhin der damalige Landeshauptmann Herbert Sausgruber (ÖVP) die Koalition mit der FPÖ beendet hatte.

Eberhard Amann wurde am 9. April 1930 in Hohenems geboren und sei „Priester mit Leib und Seele“, heißt es in einem Portrait von Vorarlberg Online. Der passionierte Leserbriefschreiber kümmert sich um insgesamt drei Pfarreien: St. Gallenkirch, Gortipohl und Gargellen. Seine „provokante Art“ sei im ganzen Land bekannt, meint vol.at. Nun dürfte seine zweifelhafte Bekanntschaft auch im restlichen Österreich steigen.

Foto: Kirchdorf mit der Pfarrkirche St. Gallus (böhringer friedrich/Lizenz: CC BY-SA 2.5); Pfarrblatt der Pfarrkirche St. Gallus (Quelle:  Blutgruppe HC Negativ)

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