Wo ist Joe Biden? Die US-Vorwahlen in Zeiten des Coronavirus

Die progressiven Demokraten-Präsidentschaftskandidaten Andrew Yang und Tulsi Gabbard sind aus dem Rennen ausgeschieden und haben – für viele Progressive unverständlich – den geistig unnachteten Establishmentkandidaten Joe Biden endorsed. Dieser wurde jedoch seit rund einer Woche vermisst. Bernie Sanders betreibt währenddessen Krisenmanagement.

Von Gregor Flock

Yang und Gabbard unterstützen Biden

Das Endorsement des Progressiven und vormaligen Demokraten-Präsidentschaftskandidaten Andrew Yang für den vom geistigem Verfall geprägten Establishmentkandidaten Joe Biden erfolgte am 10. März 2020 während Yang die Wahlen für CNN kommentiert hat:

Das von Progressiven genausowenig goutierte Endorsement der Progressiven Tulsi Gabbard für Biden ereignete sich am 18. März:

Beide Endorsements erscheinen auf den ersten Blick unverständlich, da Gabbard, Sanders und Yang von Anfang an die progressiven Kandidaten schlechthin waren und sind. Yang und Sanders und auch deren Anhänger verstanden und verstehen sich gut.

Die klare Erwartungshaltung war also, dass sowohl Yang als auch Gabbard Sanders unterstützen würden. Warum haben Sie es nicht getan? Yang als bekannter Anhänger von Mathematik sprach zwar davon, dass die Mathematik für Biden spräche; auch dass er welchen auch immer nominierten Kandidaten unterstützen werde, dass er glaube, Biden werde dieser Kandidat sein, und, dass er somit Biden seine Unterstützung ausspricht. Es wird jedoch berichtet, dass Biden Yang einen Kabinettsposten versprochen haben soll. In diesem Fall hätte Biden eine Straftat begangen, auf die ein bis zwei Jahre Haft stehen:

Ein ähnliches Angebot wurde vielleicht auch Tulsi Gabbard gemacht. Vor allem jedoch wurde von Gabbards Bruder Jai Gabbard und anderen berichtet, dass Sanders das Endorsement von Tulsi Gabbard abgelehnt hat, dass er schlechte Berater habe und sich negativ verändert haben soll (der folgende Tweet enthält einen Screenshot von Jai Gabbard’s Facebook Account). Somit wäre es größtenteils Sanders selbst zuzuschreiben, dass er sich um das Endorsement einer Progressiven gebracht hat:

In der Tat haben auch bekannte Anhänger und Kampagnenleiter von Sanders ihn schon angebettelt, doch endlich härter gegen Biden vorzugehen, doch Sanders weigert sich. Es ist das bei Progressiven übliche und leider auch schon bei Corbyn festgestellte Problem, dann leider auch zu nett zu den degenerierten politischen Gegnern zu sein:

Sanders und seine Kampagne waren merkwürdig still bezüglich Tulsi’s Rücktritt, auch Gabbard gab sich zu Sanders bedeckt. Beides deutet auf Unstimmigkeiten hin:

Zu bedenken ist ferner, dass selbst wenn Biden irgendwie den Präsidentschaftswahlkampf gegen Trump gewinnen sollte – und es sieht nach wie vor nicht danach aus – er auf Grund seines geistigen Verfalls kaum die erste Amtszeit überstehen würde. Wer auch immer mit ihm Vizepräsident werden sollte, würde also höchstwahrscheinlich Präsident werden und hätte bis dahin auch die Unterstützung des korrupten Demokraten-Establishments. Auch progressive Kabinettsmitglieder hätten unter einem vermutlich deutlich brauchbareren Vizepräsidenten der dann Präsident oder Präsidentin wird eine deutlich besser Ausgangslage. Aber ich vermute, dass diese Überlegung nur eine geringere Rolle bei den Endorsements von Yang und Gabbard gespielt hat.

Unverantwortliches DNC

Das korrupte Demokraten-Establishment macht in der Zwischenzeit mitten in der Coronaviruspandemie einfach weiter mit den Vorwahlen. In Anbetracht von oft stundenlangen Wartezeiten vor oftmals zu wenigen Wahllokalen, wo viele Menschen nebeneinanderstehen und sich gegenseitig anstecken, kann man das in der Tat als „kriminell“ oder gemeingefährlich bezeichnen:

Das Bestreben des DNC scheint es jetzt wohl zu sein, Sanders so schnell wie möglich rauszudrängen, koste es, was es wolle. Im Folgenden eine entsprechende Karikatur des DNC Vorsitzenden Tom Perez:

Interessanterweise steht sogar ISIS besser da als das DNC, da es sogar ISIS fertiggebracht hat, seinen radikalen Islamischen Glaubenskriegern aufzutragen, zuhause zu bleiben, solange das Virus grassiert:

Joe Biden ist wieder aufgetaucht

Der seit nahezu einer Woche verschollene Joe Biden ist nun doch wieder aufgetaucht. Die wahrscheinlichen Hauptgründe, die Beobachter für sein Verschwinden angeben, sind alle gesundheitlicher Natur (Coronavirus, Schlaganfall, Demenz). Alle wissen Bescheid, wie klapprig und unbrauchbar Biden ist, und viele tun so, als sei nichts. Im Folgenden die letzten beiden Videos von und mit Biden, die auch für sich sprechen:

Eines der peinlichsten Interviews, die Glenn Greenwald je gesehen hat. Ich stimme ihm zu:

Dann wären von einer Tara Reade auch noch glaubhafte sexuelle Missbrauchsvorwürfe aufgetaucht, die in Anbetracht von Biden’s notorischer Schnüffelei und Grapscherei an Frauen vor laufenden Kameras nicht wirklich verwundern:

Wahlbetrug vom DNC für Biden und gegen Sanders

Natürlich gibt es dann auch noch den obligaten Wahlbetrug des DNC für Biden und gegen Sanders mithilfe von Wahlmaschinen ohne „paper trail“:

Seltsamerweise kümmert sich Sanders – anders als Tulsi Gabbard, die sich für einen nachvollziehbaren Papierweg und gegen Betrug mit elektronischen Wahlmaschinen eingesetzt hat  – auch darum viel zu wenig:

Screenshot von Twitter, 27.03.2020

Konklusion

Wenn das alles durchgeht – und auch auf Grund von Sanders Passivität gegenüber Biden sieht es ganz danach aus, wobei noch die Hoffnung besteht, dass Biden gesundheitlich bald so angeschlagen ist, dass wirklich rein gar nichts mehr geht – dann sind wir im November 2020 bei den US-Wahlen wieder bei genau der Situation, wo wir 2016 schon mit Clinton gegen Trump waren:

Screenshot von https://twitter.com/abdullahzone/status/1241460384546140160, 25. März 2020

Gregor Flock ist unabhängiger systematischer Philosoph (univie.academia.edu/GregorFlock), Zivilgesellschaftler (Global Civil Society Network), politischer Analyst (medium.com/@GregorFlock). Twittert unter @GFlock_GCSN.

 

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