Schwarzfahren in Wien: Nur 2 Prozent wurden 2020 erwischt

105 Euro werden in Wien fällig, wenn man ohne gültigen Fahrschein erwischt wird. In anderen Ländern muss sich mit diesem Problem niemand herumschlagen – die Öffis sind dort völlig kostenlos.

Von Moritz Ettlinger

Die Corona-Pandemie schlug sich auch auf die Ticket-Kontrollen der Wiener Linien nieder: Während 2019 noch knapp 5 Millionen Menschen dazu aufgefordert wurden, einen gültigen Fahrschein vorzuweisen, waren es im vergangenen Jahr nur ca. 3,1 Millionen, wie der Verkehrsbetrieb in einer Aussendung bekannt gab.

Die Anzahl derer, die öffentlichen Verkehrsmittel ohne zu bezahlen nutzten, blieb dabei aber laut den Wiener Linien unverändert niedrig: 2 Prozent aller Kontrollierten konnten demnach 2020 keinen gültigen Fahrschein vorweisen, im Jahr davor waren es 1,9 Prozent.

Ohne Ticket unterwegs zu sein kann teuer werden: 105 Euro Strafe werden fällig, wenn man bei einer Kontrolle keinen gültigen Fahrschein vorweisen kann. Wenn das Bußgeld nicht gleich bezahlt werden kann, erhöht sich die Strafe auf 115 Euro.

Nicht überall in Österreich bezahlt man gleich viel für das Fahren ohne Ticket. Während beispielsweise in Vorarlberg für Erwachsene ebenfalls 105 Euro fällig werden, sind es in Salzburg bei sofortiger Bezahlung 85 Euro.

In anderen Teilen der Welt existiert dieses Problem hingegen gar nicht – der öffentliche Verkehr ist dort für alle völlig kostenlos. In Luxemburg sind beispielsweise seit 1. März 2020 Zug, Bus und Bahn gratis – sowohl für Einheimische als auch für Tourist_innen. Damit ist Luxemburg das erste Land weltweit, das flächendeckend auf gebührenfreien öffentlichen Verkehr setzt.

Die Einwohner_innen von Tallin, Hauptstadt Estlands, fahren überhaupt schon seit sieben Jahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln, ohne einen Cent dafür zu bezahlen. 75 Prozent der Bevölkerung haben sich dort 2013 bei einer Volksbefragung für einen Gratis-Nahverkehr ausgesprochen.


Titelbild: Anemone123 auf Pixabay 

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