Vom Suchen & Finden: Vom Buch als Kapital
Antiquarische Bücher können ganz schön was kosten und eignen sich für Reiche hervorragend als Geldanlage. Besonders Bücher mit handschriftlicher Widmung erzielen oft hohe Preise auf dem Kunst- und Antiquitätenmarkt.
Eine Kolumne von Andreea Zelinka (Rotes Antiquariat Wien)
Im Antiquariat gibt es nur die Bücher, die vorhanden sind. Was nicht da ist, ist eben nicht verfügbar, bereits verkauft und kann auch nicht einfach bestellt werden. Hin und wieder gibt es Antiquar*innen, die sich die Mühe machen für Kund*innen herauszufinden, ob das gesuchte Stück in einem anderen Laden zu finden ist, aber das wars auch schon. Denn in einem Antiquariat finden sich eben all jene Bücher, die vergriffen, nicht mehr neu aufgelegt werden oder in der ein oder anderen Weise besonders sind – Erstausgaben, limitierte Auflagen, Bücher mit Original-Illustrationen oder seltenen Schutzumschlägen, sowie gewidmete Stücke.
Sammler*innen wünschen sich etwas Einzigartiges ihr Eigen zu nennen. Daraus ergibt sich ein besonderes Interesse an signierten und gewidmeten Büchern. Dabei gilt es feine Unterschiede zu beachten. Eine Signatur ist eine Unterschrift mit Namen oder charakteristischem Kürzel. Eine Widmung ist meist elaborierter, der*die Autor*in hat mehr Zeit mit dem Buch verbracht und sich Gedanken gemacht – nicht ohne Grund schrieb Thomas Mann 1936 in einem Brief an Gottfried Bermann Fischer, er dichte jetzt hauptsächlich Widmungen.
Die Widmung ist direkt an diejenige Person gerichtet, der das Buch zugeeignet wird. Dabei wird zwischen Widmungen in der Titelei und handschriftlich verfassten Widmungen unterschieden. Letztere sind selten und anders zu bewerten als Schenkungsvermerke. Dabei interessiert, wer der*die Verfasser*in der Zeilen ist; handelt es sich um der*die Autor*in, Illustrator*in oder Herausgeber*in, ist es ein wertvoller Fund. Hat die Person zudem sel…

