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Wie Diskriminierung funktioniert

In ihrem Buch „Why we matter. Das Ende der Unterdrückung“, das heuer im Aufbau-Verlag erschienen ist, erklärt Emilia Roig umfassend und im Detail wie Diskriminierung in allen Lebensbereichen funktioniert und was wir dagegen tun können. Ein Buch, das uns helfen kann, die Welt, wie sie ist, zu verstehen und sie besser zu machen.

Von Andreea Zelinka

Emilia Roig – Why we matter (Aufbau-Verlag)

Emilia Roig legt eine detaillierte und umfassende Beschreibung sozialer Hierarchien und intersektionaler Unterdrückungsmechanismen vor, die unseren Alltag gestalten und unsere Welt(en) beherrschen. 

Gleich zu Beginn: Intersektionalität ist ein Konzept, das die US-amerikanische Juristin Kimberlé Crenshaw Ende der 1980er Jahre maßgeblich auf den Weg gebracht hat. Es beschreibt, wie die verschiedenen Formen von Unterdrückung – wie z.B. aufgrund der Unterscheidung zwischen Frau/Mann (Patriarchat), Schwarz/weiß (Rassismus), gesund/behindert (Ableismus), Heterosexuell/LGBTQI (Homo- und Queerphobie), Cis-Geschlechtlich/Trans-Geschlechtlich (Transphobie), sowie Bourgeoisie/Proletariat (Klassismus) – einzigartige und spezifische Erfahrungen von Diskriminierung hervorbringen. 

Das ist auch der Grund, warum sich zum Beispiel in den letzten Jahren eine starke feministische Strömung entwickelt hat, die sich der Komplexität der gelebten und erlebten Machtverhältnisse, die mit verschiedenen Erfahrungen der Überlegenheit und Unterlegenheit einhergehen, öffnet und mit Hilfe einer intersektionalen Analyse zu verstehen versucht.

Die verschiedenen Formen der Diskriminierung

Dr. Emilia Roig, Gründerin des Zentrum für Intersektionale Gerechtigkeit in Berlin, nimmt also die Machtverhältnisse in den intersektionalen Blick. Dabei schaut sie sich nicht „nur“ die Causa der Frauen an, sondern gleichsam die Schwarzer und queerer Personen sowie die von Menschen mit Behinderung und denkt die in sich verwobenen sozialen (Be-)Wertungen der Körper, sexueller Orientierung und des Geschlechts konsequent durch.

Gekonnt führt sie uns an die vier Dimensionen der Diskriminierung heran: 

  1. der individuellen, basierend auf Merkmalen wie Haarstruktur, Hautfarbe, körperliche Verfasstheit und Sprache, die sich durch rassistische und sexistische Taten und Meinungen äußern und durch unbewusste Vorurteile entstehen; 
  2. der historischen, da unsere Gegenwart von den Ereignissen der Vergangenheit geformt ist, so geht z.B. die Unterrepräsentation von Frauen in politischen Ämtern mit der späten Legalisierung politischer Partizipation von Frauen einher oder beruht ein Großteil des Reichtums (und der Macht) mitteleuropäischer Familien auf der Enteignung und Zwangsarbeit von Juden und Jüdinnen im 2. Weltkrieg; 
  3. der institutionellen, die sich daraus ergibt, dass die Gesamtheit individueller Handlungen und Meinungen zu sozialen Phänomenen wird, wie z.B. der…

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