Tag des Sports: Von sportlicher Veränderung und ungleicher Krisenbewältigung

Der “Internationale Tag des Sports für Entwicklung und Frieden” soll auf die Kraft des Sportes für Veränderung hinweisen. Die Corona-Pandemie trifft derweil manche Bereiche des Sports härter als andere – und zeigt, dass manche eben doch gleicher sind.

Von Moritz Ettlinger

Auf der UN-Agenda stand das Thema schon länger, am 6. April 2013 war es dann soweit: Die Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedete einstimmig die Resolution, die den 6. April zum “Internationalen Tag des Sports für Entwicklung und Frieden“ erklärte. Das Datum wurde dabei nicht zufällig gewählt, sondern erinnert an die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit, die am 6. April 1896 in Athen stattgefunden haben.

Sport ist kein in sich geschlossenes System – darauf soll dieser Tag hinweisen. Denn Sport hat die Möglichkeit, sozialen Wandel, Entwicklung, Frieden, Verständigung und Veränderungen im Allgemeinen zu bewirken. So zumindest die Idee.

Tennis-Star Novak Djokovic, der 2013 bei der Versammlung anwesend war, hatte damals große Erwartungen an den Tag des Sports: „Ich hoffe, dieser internationale Tag wird jeden von uns dazu motivieren, überall die wahren Werte des Sports zu verbreiten: Fairness, Teamgeist und Respekt gegenüber dem Gegner.“

Fairness in der Corona-Pandemie

Werte wie Fairness, Teamgeist und Respekt sind gerade in Zeiten wie diesen von großer Bedeutung. Die Corona-Pandemie hat auch den Sport auf der ganzen Welt hart getroffen. Doch während die professionellen Vertreter_innen populärer Sportarten wie Fußball, Handball, Formel 1 oder Tennis ihre Saisonen ohne gröbere Probleme durchziehen können, bleiben Randsportarten und vor allem der Amateur- bzw. Breitensport weitestgehend auf der Strecke.

Das letzte Feldhockey-Spiel der österreichischen Nationalteams fand im August 2019 statt, am kommenden Wochenende dürfen die Teamspieler_innen erstmals wieder ein Länderspiel bestreiten. Im Faustball hagelt es Absagen: Die Europameisterschaft 2021 in Kaltern (Italien) wurde bereits pandemiebedingt abgesagt, die Faustball-World-Tour steht ebenfalls kurz davor, auf 2022 verschoben zu werden. Auf der Website des österreichischen Squash Rackets Verbandes findet sich ebenfalls kaum ein Termin, der nicht mit „abgesagt“ oder „verschoben“ gekennzeichnet ist.

Im Amateursport ist die Situation noch verzwickter: Sportveranstaltungen, Kurse oder Gruppen-Trainings sind schon seit Monaten nicht mehr wirklich möglich, seit dem 15. März dürfen zumindest Kinder und Jugendliche, im Freien und unter Auflagen, wieder gemeinsam Sport betreiben. Allen anderen bleibt derzeit Einzelsport, Tischtennis spielen mit der Familie und vor allem eines: abwarten.

Den internationalen Profi-Fußball tangiert das wenig. Champions-League-Spiele werden aufgrund von Ein- und Ausreisebestimmungen in andere Länder verlegt, der FC Bayern München beschwert sich lautstark, weil das Flugzeug zur Klub-WM in Katar aufgrund eines Nachtflugverbots nicht wie geplant starten kann und einzelne Corona-Fälle hatten noch selten eine Spielabsage zur Folge. Manche sind eben doch gleicher als andere. 


Titelbild: Glen Carrie on Unsplash

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