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Unsere Pflicht in die Dunkelheit zu schauen

Erinnerungen an meine Urgroßmutter im Widerstand. 

Von Benjamin Lapp

„Die im Dunklen sieht man doch“ ist der Titel eines 2007 herausgegeben Buches von Maria Cäsar und Heimo Halbrainer, das sich mit Frauen im Widerstand in der Steiermark beschäftigt.

In diesem Buch auch meine eigene Urgroßmutter zu finden, erfüllt mein Herz mit Stolz, aber im gleichen Maße ist dies natürlich auch Verantwortung. Sie hätte gerne den weiteren Lebensweg ihrer Kinder begleitet, diese hätten mit Freude noch viele Jahrzehnte eine liebevolle Mutter gehabt und ihre Enkelkinder wahrlich gerne ihre Oma kennengelernt.

Möglicherweise gerade wegen ihrer Kinder hat sie sich für Widerstand entschieden. Für einen Widerstand, dem lange Jahre nicht viel Aufmerksamkeit zuteil wurde.

Ein altes Foto von Josefine Kettler
Josefine Kettler, 1893-1945

Josefine ‚Josefa‘ Kettler wurde am 22.01.1893 in Voitsberg als drittes von acht Kindern geboren.

In ihrem Stammbaum offenbart sich die K.u.K.-Doppelmonarchie mit tschechischen, ungarischen, steirischen und kärntnerischen Einflüssen. Es waren arbeitende Menschen, die auf der Suche nach einer besseren Zukunft für ihre jeweiligen Familien in dem Bergbaurevier Köflach suchten.

Ihr musste schon als Kind die sozialen Umstände klar geworden sein, denn sowohl ihr Vater wie ihre Mutter arbeiteten unter Tage.

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