Klimaschutz macht Arbeit

Studie belegt positive Arbeitsmarkteffekte einer Transformation zur Klimaneutralität.

Von Pressenza Berlin

Der mit dem Weg zu einem klimaneutralen Deutschland verbundene Strukturwandel wirkt sich positiv auf Wirtschaftswachstum und Erwerbstätigkeit aus. Das ist das Ergebnis von Berechnungen der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) im Auftrag der Stiftung Klimaneutralität, bei denen das Ziel einer CO2-Minderung von minus 65% bis 2030 zugrunde gelegt wurde. Der positive Wachstums- und Beschäftigungseffekt ergibt sich demnach überwiegend durch die erforderlichen Mehrinvestitionen – insbesondere in den Ausbau erneuerbarer Energien und in den Ausbau des Stromnetzes.

„Die Studie zeigt erneut: Das häufig gegen den Klimaschutz ins Feld geführte Arbeitsplatzargument zielt in die falsche Richtung. Die arbeitsmarktpolitischen Herausforderungen auf dem Weg zur Klimaneutralität entstehen nicht durch wegfallende Arbeitsplätze, sondern durch einen Mangel an Fachkräften für die vielen neuen Arbeitsplätze, die durch die Transformation entstehen“, sagt Rainer Baake, Direktor der Stiftung Klimaneutralität.

Bis 2030 werde das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt um 74 Mrd. Euro höher liegen als in der Basisprojektion zu erwarten sei, welche den Entwicklungspfad der Vergangenheit fortführt. Im Jahr 2030 werden nach den Berechnungen der GWS-Gutachter rund 360.000 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen, insbesondere im Baugewerbe und in verkehrsnahen Branchen. Lediglich im Fahrzeugbau sei mit einem Abbau von Arbeitsplätzen zu rechnen, der vom erwartbaren Wechsel auf Elektroantriebe für Pkw und Lkw verursacht werde. Diese Verluste könnten jedoch durch zusätzliche Nachfrage der betroffenen Berufe in anderen Wirtschaftszweigen, etwa im Maschinenbau, mehr als ausgeglichen werden.

Die wirklichen arbeitsmarktpolitischen Herausforderungen der nächsten Jahre bestehen nach Auffassung der Gutachter*innen nicht in der Kompensation wegfallender Arbeitsplätze, sondern vielmehr darin, den sich abzeichnenden Engpässen auf dem Arbeitsmarkt entgegenzuwirken. „Es zeigt sich, dass der Fachkräftemangel in einigen Berufshauptgruppen – vor allem in den baunahen Bereichen – in Zukunft noch stärker zunimmt, als es ohne die zusätzlichen Maßnahmen zur Erreichung eines klimaneutralen Deutschlands auch schon zu erwarten wäre.“

Die Studie weist auch darauf hin, dass mit Blick auf das Jahr 2030 Veränderungen und Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt stärker von anderen Trends und dem allgemeinen Strukturwandel bestimmt sein werden als von den notwendigen Maßnahmen für ein klimaneutrales Deutschland.


Das Kurzgutachten der GWS mit dem Titel: „Arbeitsmarkteffekte eines klimaneutralen Langfristpfads bis 2030“ und weitere Informationen zum Thema stehen hier zum Download bereit.

Dieser Beitrag erschien auf pressenza.comKooperationspartner von Unsere Zeitung.

Titelbild: Ralf Vetterle auf Pixabay 

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