Die „Grauen Wölfe“ und ihre Freunde in Deutschland und Österreich
Im November 2020 wurden in Frankreich die faschistischen „Grauen Wölfe“ verboten. In Deutschland hat sich ein Bündnis von den Grünen bis zur CSU gebildet mit dem Ziel diese Organisation ebenfalls zu verbieten. Das war nicht immer so und auch in Österreich war und ist man den „Grauen Wölfen“ durchaus zugetan.
Von Roman Dietinger
Vorbild SS
Im Juli 1968 errichteten die „Grauen Wölfe“ unter der Führung von Alparslan Türkeş Lager, in denen Jugendliche von faschistisch gesinnten ehemaligen Offizieren nach dem Vorbild von SS-Einheiten militärisch und ideologisch ausgebildet wurden. Türkeş war einer der putschistischen Offiziere, die am 27. Mai 1960 die damalige türkische Regierung stürzten. 1969 wurden in den angesprochenen Lagern bereits über 100.000 Kämpfer ausgebildet. Sie standen als paramilitärische Schlägertrupps der Milliyetçi Hareket Partisi (MHP), der sogenannten „Partei der Nationalistischen Bewegung“ bereit, berichten Fikret Aslan, ein Mitarbeiter des „Informationsbüro Türkei und Kurdistan e.V.“ und der Politik- und Sozialwissenschaftler Kemal Bozay in ihrem Buch „Graue Wölfe heulen wieder – Türkische Faschisten und ihre Vernetzung in Deutschland“. Wesentliches Element war dabei die Propaganda gegen eine kommunistische Bedrohung.
Bis 1980 werden den „Grauen Wölfen“ „mehrere tausend Morde zugerechnet“, schreibt der österreichische Journalist, Buchautor und Politiker Thomas Rammerstorfer. Der deutsche Verfassungsschutzbericht 2019 bezeichnet die „Grauen Wölfe“ als rechtsextremistisch, die mit deren Ülkücü“-Ideologie „eine Überhöhung des Türkentums vertritt und von einem ausgeprägten Freund-Feind-Denken geprägt ist, das zu systematischer Abwertung anderer Volksgruppen oder Religionen, insbesondere der Kurden und des Judentums, führt.“ Die ideologische Bandbreite reiche von neuheidnischen Elementen über einen nationalistischen Kemalismus bis in den Randbereich des Islamismus.
Seltsame Allianzen
Trotz dieser erschreckenden Fakten wurden die „Grauen Wölfe“ in Deutschland und Österreich durchaus nicht gemieden. 1978 war Alparslan Türkeş, der „Başbuğ“ (Führer), zu Besuch bei Franz Josef Strauß, dem späteren Spitzenkandidaten der CDU/CSU bei den Bundestagswahlen 1980. „In vielen Ländern arbeiteten damals Sicherheitskräfte, Geheimdienste, bürgerliche Parteien und Rechtsextreme eng gegen eine tatsächliche oder eingebildete ‚kommunistische Gefahr‘ zusammen“, schreibt Rammerstorfer in seinem Buch „Graue Wölfe – Türkische Rechtsextreme und ihr Einfluss in Deutschland und Österreich“. Die MHP pflegte aber scheinbar auch Kontakte zur deutschen Neonazi-Szene. Laut „Endstation Rechts. Bayern


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