Im Schatten von Olympia: Die Faustball-WM beginnt

Während die ganze Welt nach Tokio blickt, startet am Mittwoch im kleinen Grieskirchen in Oberösterreich die Faustball-Weltmeisterschaft der Frauen. Das österreichische Team hat bei der Heim-WM einiges vor: „Wir wollen ins Finale!“

Von Moritz Ettlinger

Faustball statt Fußball, Grieskirchen statt Tokio: Wem die Olympischen Sommerspiele in Japan eine Spur zu pompös sind, die_der muss dieser Tage keinesfalls auf hochklassigen Sport verzichten. Am Mittwoch beginnt die Faustball-Weltmeisterschaft der Frauen in der oberösterreichischen Kleinstadt Grieskirchen – mit österreichischer Beteiligung.

Gleich am ersten Turniertag sind die heimischen Faustballerinnen doppelt gefordert: In Gruppenspiel Nummer eins geht es am Mittwoch um 11:30 Uhr gegen die Schweiz, um 17:30 Uhr steht dann das Duell gegen die Titelverteidigerinnen aus Deutschland am Programm. Zum Abschluss der Gruppenphase müssen die Österreicherinnen dann am Donnerstag gegen Chile ran.

„Den Schwung mitnehmen“

Eine starke Gruppe, dennoch ist für Teamchef Christian Zöttl klar, wohin die Reise gehen soll: „Wir wollen ins Finale!“, schreckt Zöttl nicht vor großen Ansagen zurück. Ein Sieg dort wäre historisch: Noch nie konnten die österreichischen Faustball-Damen bei einer Weltmeisterschaft triumphieren.

Trainer Zöttl geht jedenfalls mit einem guten Gefühl in die Partie gegen die Schweiz: „Wir haben uns bei den Trainingslagern in Linz und Faak gut vorbereitet und das Erarbeitete bei den Tests am Wochenende noch einmal verfeinert. Jetzt heißt es, den Schwung mit ins Turnier zu nehmen!“

Trainer Christian Zöttl
Trainer Christian Zöttl mit Kampfansage: „Wir wollen ins Finale!“ Foto: © ÖFBB/Stefan Gusenleitner

Für Schwung und gute Stimmung von den Rängen sollen auch die heimischen Fans sorgen. 1.500 Menschen finden im Stadion in Grieskirchen Platz, mit 22.7. wurden laut Veranstalter bereits 3.500 Karten verkauft. „Vor allem am Wochenende dürfte das Stadion voll sein”, meint Stefan Gusenleitner, Pressesprecher des Österreichischen Faustballverbandes (ÖFBB).

Finale am 31. Juli

Österreich tritt mit einem routinierten Team an: Abgesehen von einer Spielerin, Annika Huber von Hallenmeister Seekirchen, können alle im Kader aus der Erfahrung der Europameisterschaft 2019 schöpfen.

Gespielt wird in zwei Gruppen, neben Österreich, Deutschland, Chile und der Schweiz in Gruppe A werfen in Gruppe B Dänemark, Serbien, Tschechien und Belgien ihre Hüte in den Ring. Die beiden Gruppenbesten qualifizieren sich direkt für das Semifinale, die anderen Team können über eine Qualifikationsrunde nachziehen. Am Freitag, den 30. Juli steigen die Halbfinal-Partien, am Samstag, den 31. Juli um 18:30 Uhr dann das große Finale.

Faustballspielerin in rotem Trikot spielt den Ball mit der linken ausgestreckten Hand
Teresa Pichler bei der WM 2018. Foto: © ÖFBB/Stefan Gusenleitner

Dass dieses für Österreich erreichbar ist, denkt auch Stefan Gusenleitner: „Wenn die Mannschaft das eigene Potential abrufen kann, stehen die Chancen auf das Finale sicher gut”, gibt sich der ÖFBB-Pressesprecher optimistisch und verweist auf die EM 2019, bei der sich Österreichs Faustball-Frauen erst im Finale Deutschland mit 1:3 geschlagen geben mussten.

3-fache Europameisterinnen

Österreichs Nationalteams zählen sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern zu den besten der Welt. Die Herren haben bereits einen Weltmeistertitel eingefahren, bei den Frauen hat es bisher knapp noch nicht gereicht, 2014 scheiterte man bei der WM in Dresden erst im Finale, wie bei der EM 2019 ebenfalls an Deutschland.

Wie man Turniere gewinnt wissen die Österreicherinnen aber: In den Jahren 2011, 2012 und 2013 konnten man den Europameistertitel gleich drei Mal hintereinander einfahren. Acht Jahre später soll jetzt die Krönung folgen.


Tipp: Alle Spiele der Faustball-Weltmeisterschaft der Frauen werden auf fistball.tv live übertragen.

Weiterführende Informationen:

Titelbild: Marlene Hieslmair bei der WM 2018. © ÖFBB/Stefan Gusenleitner

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