Die unbegründete Angst vor der KPÖ
Sie wurde am 3. November 1918 gegründet – die Kommunistische Partei Österreichs. Im Austrofaschismus verboten, 1945 wieder legalisiert. Seitdem eine kleine Gruppierung am Rande der Gesellschaft. So viel zur Geschichte einer Partei, vor der viele Angst haben. Doch warum eigentlich?
Ein Gastbeitrag von Pascal Noa Burda (14)
Der Schock stand dem ehemaligen Bürgermeister von Graz, Siegfried Nagl (ÖVP), ins Gesicht geschrieben. Die Kommunistische Partei Österreichs erreichte bei den Gemeinderatswahlen 2021 rund 29 Prozent. Kurz danach trat er von seinem Amt als Grazer Bürgermeister zurück. So viel sollte man wissen. Und natürlich auch, dass die KPÖ in der Landeshauptstadt der Steiermark schon seit 2003 immer Ergebnisse über 20% erreicht, was gewissermaßen ein österreich-, wenn nicht sogar europaweites Phänomen ist. Viele der Leute, denen ich begegne, antworteten auf die Frage, ob sie die KPÖ möglicherweise wählen würden, mit einem klaren „Nein“. Als ich sie fragte, welchen Grund das habe, kam immer eine ähnliche Antwort: „Weil es die Kommunisten sind“. Das ist natürlich keine Begründung, aber es zeugt davon, wie viele Österreicher zur KPÖ und zum Marxismus allgemein stehen.
Die Gründe dafür liegen (wie so oft) in der Vergangenheit
Warum die Kommunistische Partei ein gewisses Schreckgespenst in Österreich ist, das kann man aus der Geschichte der Partei ziehen, ebenso wie aus den misslungenen Projekten realsozialistischer Staaten in Osteuropa.
Gehen wir zuerst letzteres Problem an: Die als sozialistisch bezeichneten autoritären Regime im Osten unseres Kontinents, die vor rund 30 Jahren zusammengebrochen sind. Sie sind maßgeblich dafür verantwortlich, dass Kommunismus als „schlecht“, „diktatorisch“ und sogar „menschenverachtend“ betrachtet wird. Das mag in diesen Ländern so gewesen sein, dennoch ist dies nicht mit den von Karl Marx und Friedrich Engels beschriebenen Ideen gleichzusetzen.
Eine kleine Aufmunterung kann ich geben: Österreicher, die ich befragt habe, schließen sich dem Gedanken an, dass die Ideolo…

