Wir befinden uns auf dem Holzweg

In Anbetracht der existierenden Klimaprobleme müssen wir eingestehen, dass unser Lebensstil uns auf Abwege geführt hat. Die Gier nach immer mehr hat dazu geführt, dass wir fast alles, was auf Erden existiert, ausgebeutet haben.

Ein Kommentar von Claus Meyer (Pressenza)

Ein Großteil der Erdbewohner scheint das noch nicht einmal bemerkt zu haben. Dazu gehören unsere Volksvertreter, die noch immer glauben, mit mehr Technik das Problem lösen zu können. Dieses Unverständnis kann so den Schaden nur noch verstärken. Es wurde die Erde verschandelt. Große Gebiete wurden zugepflastert. Die Grundbesitzansprüche immer mehr vergrößert. Riesige Waldflächen wurden abgeholzt, nur um noch mehr Anbauflächen für die Viehzucht zu schaffen. Die Hälfte aller Tierarten ist ausgestorben. Die Meere sind mit Plastik überschwemmt, ein großes Fischsterben hat eingesetzt. Vom Klima erleben wir riesige Waldbrände, große Hitzeperioden, große Dürregebiete und auf der anderen Seite Überschwemmungen, die ganze Ortschaften vernichtet haben.

Aber all das stört scheinbar unsere Regierungsvertreter wenig. Wie kann es sonst sein, dass so viel Fehlentwicklungen zum Schaden aller Mitmenschen stattfinden. Aber gerade diese Menschengruppe hat für sich selbst gut gesorgt, sie wollen daher auch keine Einschränkungen hinnehmen. Es kann nur das Geldsystem sein, das diese Beschränktheit hervorruft. Es erzeugt eine Sucht nach mehr, die sich eben auch auf die Regierenden auswirkt. Eine leider so kleine Anzahl Andersdenkender findet kein Gehör.

Es ist das Geldsystem, dessen Auswirkungen immer dort zu einer Vermehrung kommen, wo sich Geld schon angesammelt hat. Weil es sich um ein Kreditgeldsystem handelt, müssen die Zinsen immer auf die gesamt existierende Geldmenge gezahlt werden. So ist ein notwendiges Wachsen der Geldmenge vorprogrammiert. Solches System kann auf die Dauer nicht existieren, weil es sich durch das Zinseszins-System auch noch um ein exponentielles Wachstum handelt. Weil durch dieses System am Ende alle Macht von den wenigen Oligarchen ausgeht, ist deshalb diese Abhängigkeit sogar gegenüber Regierenden vorhanden. Welch eine unglückliche Art des Geldkreislaufs hat sich eingestellt, wenn wegen der Zinseszinsen immer ein Wachstum der Wirtschaft nötig ist. Es darf nicht sein, dass wegen dieser hausgemachten Problematik die Welt zugrunde gerichtet wird. Menschen haben doch nicht das Recht, die Natur auszunutzen. Es darf nicht sein, dass die Natur als unser Eigentum betrachtet wird. Jegliche Demut und Hochachtung sind verloren gegangen. Das grundsätzliche Verhalten, das eben auf diesem Geldsystem basiert, bedarf einer Veränderung.

Ein neues Geldsystem muss darauf basieren, dass es allein für einen reibungslosen Kreislauf aller Waren und Güter benutzt werden kann. Es dürfen keine „Geschäfte“ damit gemacht werden. Grundsätzlich kann dann mit Geld kein Geld gemacht werden. Es wurde so der Grundstein des heutigen kapitalistischen Denkens gelegt. Nur dann, wenn Alle zu einem Gemeinschaftsdenken gefunden haben, sollte das Profitdenken ein Ende finden.

Mit einem bedingungslosem Grundeinkommen entfallen eine Anzahl heutiger Probleme. Man benötigt kein Hartz IV, niemand spricht mehr über Arbeitslosigkeit oder Arbeitsbeschaffung. Die Rentenprobleme lösen sich in Nichts auf. Die Abhängigkeit von Arbeitgebern wandelt sich zu einer Kooperation. Die Anzahl Selbstständiger sollte dadurch ziemlich ansteigen. Größere Einheiten in der Zusammenarbeit können doch durch Genossenschaften gelöst werden. Auch hier ist doch ein Mitspracherecht von Vorteil.

Nur eine direkte Demokratie ist unter solchem Denken ein sinnvoller Zusatz. Es bewirkt, dass Machtkämpfe zwischen den Parteien und jegliches Parteiengezänk ein Ende findet. Bei der direkten Demokratie bestimmt immer die Mehrheit aller Abgeordneten und somit die aller Bürger das Geschehen. Weil alle Abgeordneten direkt gewählt wurden, muss jeder Mitbürger sich kümmern, wenn er Einfluss auf das politische Geschehen nehmen will.

Bei der anstehenden Bewältigung der Klimaprobleme kann es nun wirklich nicht mehr um Wirtschaftswachstum gehen. Es muss alles daran gesetzt werden, den Verbrauch von Energie, der Ressourcen, der Nutzung von Naturalien zu reduzieren.

Die fetten Jahre sind vorbei, alle müssen den Gürtel enger schnallen. Wohlstandsverluste müssen bestimmt in Kauf genommen werden. Das funktioniert natürlich nicht mit diesem Geldsystem. Gerade bei den notwendigen Veränderungen muss allein der Staat und damit die Gesamtheit aller Bürger das dafür notwendige Geld aufbringen, es darf doch nicht am Mangel an Geld begrenzt werden. Nur so ist jede notwenige Arbeitsleistung zu erbringen.

Nicht das Geld darf das Problem sein, es fordert eine Organisation der Menschen, die alle nötigen Veränderungen leisten können und müssen. Alle Bürger müssen begreifen, dass jeder dafür auch Verantwortung übernehmen muss.

Hoffen wir auch auf die Medien, auch sie tragen ein Maß an Verantwortung. Sie dürfen doch nicht Sprachrohr der Regierung sein. Gerade hier wäre ein Gedankenaustausch hilfreich. Schränken wir doch nicht alle Ideen ein.

So müssen wir erkennen, dass wir uns auf dem Holzweg befinden, der wenn wir nicht schnellstens etwas in dieser Richtung ändern, wir wohl im Nirwana landen.


Dieser Beitrag erschien auf pressenza.com, Kooperationspartner von Unsere Zeitung.

Titelbild: Pixabay 

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