Zum Tag des Ehrenamtes

Am 5. Dezember, dem Tag des Ehrenamtes, wird sich öffentlich bedankt – und dabei offensichtlich, dass der Markt doch nicht alles regelt. Im Gegenteil braucht es das freiwillige Engagement von ca. 3,5 Mio. Menschen, um die “Wirtschaft” aufzuräumen, welche die Wirtschaftstreibenden hinterlassen.

Ein Gastbeitrag von Markus Auer

In der Republik Österreich leisten ca. 3,5 Millionen Menschen im Rahmen ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit 14 Millionen unbezahlte Arbeitsstunden im Jahr. Das sind 46 Prozent der über 15-Jährigen. Das war’s dann auch mit dem Argument, die Leute würden nichts mehr arbeiten, wenn es ein bedingungsloses Grundeinkommen (#BGE) gäbe.

Diese 14 Millionen unbezahlten Arbeitsstunden sind externalisierte – auf andere abgewälzte – Kosten unseres Wirtschaftssystems, damit die kapitalistischen „Leistungsträger“ mit höheren Gewinnen glänzen können. Kosten, die von den ehrenamtlich Tätigen in unserer Gesellschaft aufgebracht und getragen werden.

Zu den auf andere abgewälzten Kosten kommen im Jahr noch ca. 40 Millionen unbezahlte (!) Überstunden von unselbständig Erwerbstätigen, welche diese trotz – oder wegen? – der hohen Zahl an Arbeitslosen zu leisten bereit sind. Wie man bei solchen Zuständen auf die Idee kommen kann, die Arbeitszeit zu verlängern anstatt zu verkürzen, erschließt sich mir nicht.

Unser geschätzter Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat am 5. Dezember des Jahres 2019 die ehrenamtlich tätigen Menschen zurecht als das Herz der Republik bezeichnet:

“Die vielen ehrenamtlich Tätigen sind das Herz unserer Gesellschaft. Sie sind das Herz unserer Republik. Wenn es sie alle nicht gäbe, wäre unser aller Leben ärmer, einsamer und kälter. Ich bin froh und dankbar, dass es sie alle gibt. Am heutigen Tag des Ehrenamtes gebührt ihnen allen ein großes DANKE für ihr Engagement!“  – Alexander Van der Bellen

Diesen ausgezeichnet gewählten Worten kann ich mich nur anschließen: Herzlichen Dank. – Gut gesprochen, Herr Bundespräsident. Ein wohlverdientes Lob für diese engagierten Menschen – und gleichzeitig ein vernichtendes Urteil über das herrschende kapitalistische Wirtschaftssystem.

Fürwahr, das Herz der Republik arbeitet. Es wird Zeit, dass das Hirn mitmacht.


Dieser Beitrag wurde als Gastartikel eingereicht. Auch Dir brennt etwas unter den Nägeln und Du willst, dass es die Öffentlichkeit erfährt? Worauf wartest Du noch? Jetzt Gastartikel einreichen!

Titelbild: Die Freiwillige Feuerwehr – nur einer von vielen Bereichen, in denen sich Menschen ehrenamtlich engagieren. Foto: Hermann Kollinger auf Pixabay 

DANKE, DASS DU DIESEN ARTIKEL BIS ZUM ENDE GELESEN HAST!

Unsere Zeitung ist ein demokratisches Projekt, unabhängig von Parteien, Konzernen oder Milliardären. Bisher machen wir unsere Arbeit zum größten Teil ehrenamtlich. Wir würden gerne allen unseren Redakteur*innen ein Honorar zahlen, sind dazu aber leider finanziell noch nicht in der Lage. Wenn du möchtest, dass sich das ändert und dir auch sonst gefällt, was wir machen, kannst du uns auf der Plattform Steady mit 3, 6 oder 9 Euro im Monat unterstützen. Jeder kleine Betrag kann Großes bewirken! Alle Infos dazu findest du, wenn du unten auf den Button klickst.

Unterstützen!

close

Trag dich ein!

Du erhältst jeden Montag die aktuellen Artikel kostenlos in Deine Mailbox.

Wir versprechen, dass wir keinen Spam versenden! Impressum

Artikel teilen/drucken:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.