Wale beim Wandern in großer Gefahr

Eine neue Studie der Umweltschutzorganisation WWF zeigt die menschlichen Gefahren, denen Wale auf ihren Routen durch die Meere ausgesetzt sind. Alleine durch den Fischfang würden jährlich rund 300.000 Wale, Delfine und Schweinswale verenden.

Von Moritz Ettlinger

Die Gefahren auf den Wanderwegen von Walen in den Gewässern der Erde werden immer größer. Das zeigt eine neue Studie der Umweltschutzorganisation WWF, die die Routen von mehr als 800 mit Sendern ausgestatteten Walen anhand von Satellitenbildern der letzten 30 Jahre analysiert und visualisiert hat.

„Fischerei, Schifffahrt, Lärm-, Plastik- und Schadstoffbelastung machen die Routen der Wale zu tödlichen Hindernisparcours“, sagt Axel Hein, Meeresexperte des WWF Österreich. Betroffen sind alle Arten von Walen auf der ganzen Welt, vor allem aber Großwale, die aufgrund der weiten Strecken, die sie jährlich zurücklegen, besonders bedroht sind.

Am größten sei die Gefahr beim Fischfang: Durch den Beifang in Fischereigeräten würden jedes Jahr rund 300.000 Wale, Delfine und Schweinswale verenden, so WWF-Experte Hein. Aber nicht nur auf ihren Wanderrouten sind Wale menschlichen Gefahren ausgesetzt, auch in den Gebieten, in denen sie fressen, sich paaren oder ihre Jungen aufziehen leiden die Tiere unter den negativen Auswirkungen von Fischerei oder Schadstoffbelastung.

Fortschritte zunichte gemacht”

Dabei gab es in den letzten Jahrzehnten laut WWF durchaus Fortschritte. So galt beispielsweise der Buckelwal um 1960 als nahezu ausgerottet, heute sind es – dank Bestrebungen internationaler Akteure – wieder etwa 80.000 weltweit. Aber: „Die vielen menschlichen Einflüsse machen viele Fortschritte zunichte. Sechs der dreizehn großen Walarten gelten heute als gefährdet oder vom Aussterben bedroht“, weiß Hein um die aktuelle, nicht gerade rosige Lage.

WWF fordert daher die Ausweitung von internationalen Schutzgebieten und die Reduktion von menschlichen Gefahren allgemein, um die die Erholung der Walpopulation sicherstellen zu können. Außerdem appelliert die NGO an die Vereinten Nationen, dem Schutz von Walen eine höhere Priorität einzuräumen. 


Titelbild: Pixabay 

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