UNICEF: 13,6 Millionen Kinder unter fünf Jahren schwerst unterernährt

Jedes Jahr stirbt mehr als eine Million Kinder an den Folgen der schwersten Form der Mangelernährung. Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF warnt in seinem neuen Bericht vor einer weiteren Verschlechterung der Lage und fordert höhere Hilfsgelder.

Von Moritz Ettlinger

Die dramatische Lage für unterernährte Kinder weltweit spitzt sich weiter zu. Laut einem neuen Bericht des UN-Kinderhilfswerks UNICEF leiden weltweit mindestens 13,6 Millionen Kinder unter fünf Jahren an schwerer Auszehrung, der unmittelbarsten, sichtbarsten und lebensbedrohlichsten Form der Mangelernährung. Eines von fünf Kindern in dieser Altersgruppe stirbt an den Folgen von Auszehrung, das ist mehr als eine Million Kinder jedes Jahr.

Der Krieg in der Ukraine, die Folgen der Pandemie sowie Konflikte und Klimakrise verschlimmern die Situation. „Die Welt wird schnell zu einem regelrechten Pulverfass für vermeidbare Todesfälle bei Kindern und für Kinder, die an Auszehrung leiden“, warnt UNICEF Exekutiv-Direktorin Catherine Russell. 

Zehn Millionen Kinder haben derzeit keinen Zugang zur wirksamsten Behandlung von schwerer Auszehrung, die Preise für die therapeutische Nahrung steigen in der Zwischenzeit weiter. UNICEF prognostiziert einen Anstieg in den nächsten sechs Monaten um bis zu 16 Prozent. Das könne zu weiteren 600.000 Kindern ohne Zugang zu lebensrettenden Behandlungen führen.

„Für Millionen von Kindern bedeuten diese Päckchen mit therapeutischer Paste jedes Jahr den Unterschied zwischen Leben und Tod. Eine sechzehnprozentige Preiserhöhung mag im Kontext der globalen Lebensmittelmärkte verkraftbar wirken, aber am Ende der Lieferkette steht ein verzweifeltes, mangelernährtes Kind, für das es überhaupt nicht verkraftbar ist“, betont Russell.

Während die Preise steigen, bleiben die Hilfszahlungen weiterhin „alarmierend niedrig“, kritisiert UNICEF und warnt vor einem zusätzlichen Rückgang der Gelder in den kommenden Jahren. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen fordert daher vor allem eine deutliche Erhöhung der Hilfszahlungen, denn die Zeit werde knapp:

„Es gibt einfach keinen Grund, warum ein Kind an schwerer Auszehrung leiden sollte – nicht, wenn wir die Möglichkeit haben, dies zu verhindern. Aber es bleibt nur wenig Zeit, um die weltweiten Bemühungen zur Prävention, Erkennung und Behandlung von Mangelernährung neu zu entfachen, bevor sich die Situation noch weit, weit verschlechtert“, schlägt Russell Alarm.


Titelbild: ©UNICEF/UN0625003/Sewunet

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