Heute ist der internationale Klotag!

Was lustig klingt, hat einen ernsten Hintergrund: Der 19. November wurde 2013 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen (UNO) einstimmig zum Welt-Toiletten-Tag erklärt. 3,6 Milliarden Menschen weltweit haben keinen Zugang zu sauberen Toiletten.

World Toilet Organization, Singapore (commons.wikimedia.org, CC BY-SA 4.0)

Für 45 Prozent der Weltbevölkerung fehlen demnach ausreichend hygienische Sanitäreinrichtungen, was gesundheitliche und sozio-ökonomische Folgen nach sich zieht. Jeden Tag sterben über 1.000 unter fünfjährige Kinder – nicht an Hunger oder im Krieg, sondern an den Folgen akuter Durchfallerkrankungen. Eine Milliarde Menschen müssen ihre Notdurft im Freien verrichten. Der Welttoilettentag soll deshalb die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft wachrütteln. Er will Tabus beseitigen, statt weiterhin zu verdrängen, dass das Toilettenproblem für einen Großteil der Menschheit nicht gelöst ist. Betroffen sind vor allem die ärmere Bevölkerung auf dem Land und Bewohner:innen von Slums und schnellwachsenden Siedlungen in Städten.

Der diesjährige UN-Welttoilettentag steht unter dem Motto „Das Unsichtbare sichtbar machen“ und konzentriert sich auf die Auswirkungen der Abwasserkrise auf das Grundwasser.

„Grundwasser ist die ergiebigste Süßwasserquelle der Welt. Es unterstützt die Trinkwasserversorgung, Abwassersysteme, Landwirtschaft, Industrie und Ökosysteme. Angesichts des sich verschärfenden Klimawandels und des Bevölkerungswachstums ist Grundwasser für die Menschheit überlebenswichtig. Die zentrale Botschaft des Welttoilettentages 2022 lautet, dass eine sicher verwaltete Sanitärversorgung das Grundwasser vor der Verschmutzung durch menschliche Ausscheidungen schützt. Derzeit ist die Welt ernsthaft vom Weg abgekommen, das Versprechen des Ziels für nachhaltige Entwicklung (SDG) 6.2 zu erfüllen: bis 2030 sichere Toiletten für alle zu gewährleisten“, heißt es von Seiten der UNO.

In diesem Augenblick (18./19. November) findet in Abuja, der Hauptstadt von Nigeria, auch der World Toilet Summit 2022 statt. Die dortige Situation ist einzigartig: 46 Millionen Nigerianer:innen haben keinen Zugang zu sicher verwalteten sanitären Einrichtungen. Die nigerianische Zentralregierung hat den höchsten politischen Willen zur Lösung der Krise aufgebracht. Nigerias Präsident Muhammadu Buhari nimmt an dem Gipfel teil.

Text: Michael Wögerer
Titelbild: Andrew Martin auf Pixabay 

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