Mizzi Horak in den Börsensälen
Nina Maron gestaltete das Sammlerstück des 21. ÖBB-Immobiliencocktails
Jedes Jahr wird am ÖBB-Immobiliencocktails eine limitierte Mokkatasse präsentiert – das Sammlerstück des Abends. Bei der 21. Auflage am 24. September in den Wiener Börsensälen stammte das Bild von Nina Maron, Künstlerin, Redakteurin und Mitherausgeberin von Unsere Zeitung. Zu sehen ist darauf eine Frau, über deren Geschichte unsere Zeitung ausführlich berichtet hat: Mizzi Horak, die 1902 als erste Stationschefin der Monarchie Geschichte schrieb.
Bahn-Pionierin in Porzellan
Der ÖBB-Immobiliencocktail ist eines der fixen Treffen der österreichischen Immobilienbranche; in diesem Jahr lud die ÖBB-Immobilienmanagement GmbH zum 21. Mal in die Wiener Börsensäle (Wipplingerstraße 34). Die Gäste durften heuer eine Mokkatasse mit nach Hause nehmen, wie es sie so noch nicht gab: Darauf porträtiert ist Mizzi Horak – die Frau, die 1902, kaum 24 Jahre alt, als erste Frau im Habsburgerreich einen Bahnhof leitete. Ihre Ernennung zur Stationschefin von Vilpian bei Terlan an der privaten Bozen-Meraner Bahn war eine Sensation, über die Zeitungen bis nach Neuseeland berichteten.
Warum ausgerechnet Mizzi Horak?
„Ich porträtiere seit Jahrzehnten Frauen, die Pionierarbeit geleistet haben. Mizzi Horak gehört in diese Reihe“, schreibt Maron in ihrem Blog. „Ihre Geschichte erzählt von einer Zeit, in der Frauen von verantwortungsvollen Aufgaben systematisch ausgeschlossen waren – und von einer, die es trotzdem versucht hat.“
Die Wiener Malerin, 1973 geboren, ausgebildete Typographin und Meisterschülerin von Adolf Frohner an der Hochschule für angewandte Kunst, hat starke Frauen längst zum Hauptmotiv ihrer Kunst gemacht – von der Ausstellung „One of us“ (Artothek Niederösterreich, 2016) bis zu „Politikerinnen vor den Vorhang“ im Wiener Rathaus (Frauenwoche 2025). Mizzi Horak reiht sich in diese Serie ein.
Eine Pointe, die Maron selbst bewusst war: Die Tasse wurde in einem Saal präsentiert, der ausschließlich von Männerporträts geprägt ist. Ausgerechnet dort Mizzi Horak prominent zu zeigen, war für sie die passende Entscheidung.

Anerkennung vom Gastgeber
Besonders gefreut hat Maron, dass Silvia Angelo, Vorständin der ÖBB-Infrastruktur AG, in ihrer Rede erwähnte, dass sie ihre Arbeit schätzt. „Ein solches Wort aus dem Haus, das die Tasse bestellt hat, tut gut“, so Maron. Der Gastgeber bedankte sich für die Gestaltung und für die Geschichte hinter der Tasse – danach standen Buffet und Gespräche auf dem Programm, und die Gäste nahmen ihre eigene Mokkatasse als Erinnerung an den 21. ÖBB-Immobiliencocktail mit nach Hause.
Und die Geschichte dahinter
Wie es dazu kam, dass eine junge Wienerin 1902 einen Bahnhof leitete – und warum sie 1906 ihren Posten wieder verlor –, hat Michael Wögerer auf Basis zeitgenössischer Zeitungsberichte und der Recherchen des Südtiroler Historikers Günther Rauch für Unsere Zeitung recherchiert: „Wer war Mizzi Horak?“
Auch die ÖBB erzählen die Geschichte nach – „Wer war Mizzi Horak?“ – und verweisen auf den ausführliche Artikel von Unsere Zeitung. Über 120 Jahre nach Horaks Ernennung heißt es dort: Die Geschichte erinnere daran, „wie jung die Selbstverständlichkeit ist, mit der Frauen heute Führungsfunktionen im Bahnbetrieb übernehmen – ob am Bahnhof, im Zugbetrieb oder in der Konzernleitung.“
Die kleine Mokkatasse, die heuer in den Börsensälen von der Hand ging, hält genau diese Doppelgeschichte fest: die einer Pionierin, die nur wenige kennen – und die einer Künstlerin, die genau solche Pionierinnen sichtbar macht.
Text & Fotos: Michael Wögerer/Unsere Zeitung


