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Wohnen frisst das Einkommen: Armut in Österreich wächst!

Die Armuts- und Ausgrenzungsgefährdung in Österreich hat laut den neuesten Daten der Statistik Austria zugenommen. Fast jede fünfte Person (18,8 %) in Österreich ist bereits von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Die reine Armutsgefährdung – ein Haushaltseinkommen unter 60 Prozent des Medians – liegt bei 16,0 Prozent.

Von Josef Stingl (stingls-blog.news)

Zwei Studien von Statistik Austria erläutern die Hintergründe. Eine Konsumerhebung zeigt, dass die Haushaltsausgaben pro Person etwa 2.760 Euro monatlich betragen. Neben den regelmäßigen Kosten für Lebensmittel und Miete sind auch größere Ausgaben, wie ein Autokauf, anteilig enthalten.

„Insbesondere größere Anschaffungen werden häufig durch andere Geldquellen, wie etwa Erspartes, Abfertigungen, Schenkungen oder Erbschaften, aber auch durch Kredite oder Ratenzahlungen, finanziert“, erklärt Statistik Austria in einer Pressemitteilung.

Angesichts des mittleren Einkommens im Vergleich zu den durchschnittlichen Haushaltsausgaben ergibt sich ein negatives Bild. Das jährliche Brutto-Medianeinkommen beträgt 38.043 Euro. Von einem monatlichen Bruttoeinkommen von 2.717 Euro bleiben laut AK-Brutto-Netto-Rechner nach Abzug der Steuern und SV-Beiträge nur 2.008 Euro netto übrig, was ein monatliches Minus von 752 Euro bedeutet. Rechnet man die 14 Gehälter gegen zwölf Monatsausgaben, verringert sich der Fehlbetrag auf rund 420 Euro monatlich. Daher überrascht es nicht, dass selbst in der sogenannten Mittelschicht unvorhergesehene Ausgaben wie eine Reparatur oder der Neukauf einer Waschmaschine oft zu finanziellen Schwierigkeiten führen.

Je niedriger das Einkommen, desto größer ist der monatliche Fehlbetrag für ein angemessenes Leben. Um die Differenz auszugleichen, müssen oft das 13. und 14. Monatsgehalt, Kontoüberziehungen, Kredite oder sogar der Verzicht auf Lebensqualität herhalten, was schließlich zur Gefährdung durch Armut oder zu Armut selbst führt. Hier schließt sich der Kreis zu der steigenden Armuts- und Ausgrenzungsgefährdung in Österreich.


Quellen:


Titelbild: Das Geld reicht nicht mehr fürs Leben (Symbolbild: Unsere Zeitung / KI-generiert)

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