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Profitgier oder Solidarität?

In den SDGs (Sustainable Development Goals der UNO Resolution vom 25. September 2015) wird im Zielpunkt 3 ‚Gesundheit und Wohlergehen‘ gefordert, den Entwicklungsländern “Zugang zu bezahlbaren unentbehrlichen Arzneimitteln und Impfstoffen zu gewährleisten”.

Ein Gastbeitrag von Stephan Burgstaller

Medizinische Versorgung zwischen Markt und Mensch

Die Tatsache, dass die EU 1,78 Euro für eine Dosis von AstraZeneca bezahlt, Uganda jedoch 5,80 Euro, steht diesem Ziel diametral entgegen. Argumentiert wird mit Marktregeln. „Wir erkennen an, dass dies die Realität der Märkte ist“, wird die WHO-Afrika-Chefin Matshidiso Moeti in der Süddeutschen Zeitung zitiert. Und weiter:  „Es ist natürlich bedauerlich, dass es ärmere Länder gibt, die mehr zahlen als reiche Länder.“ Das ist nicht bedauerlich, sondern ungeheuerlich und müsste sofort gestoppt werden. Auch wenn Märkte eine Eigendynamik entwickeln sind sie menschengemacht und Menschen können Regeln ändern.

In diesem Zusammenhang ist wohl auch die globale Verteilung des Impfstoffs zu sehen. Eine Analyse des IRFC (Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften) zeigt, dass die reichsten Länder den Großteil der Impfdosen für sich beanspruchen. Nahezu 70% der Vakzine seien bisher in den 50 reichsten Ländern verabreicht worden, in den 50 ärmsten Ländern dagegen nur 0,1%.

Obwohl sich alle Expert_innen einig sind, dass die Pandemie nur global bekämpft werden kann, halten sich die Bemühungen, den globalen Süden respektive die ärmsten Länder in der Pandemiebekämpfung effektiv zu unterstützen, in Grenzen. Wirksame Maßnahmen werden vor allem von USA, EU und anderen reichen Ländern blockiert, was sich jedoch als Bumerang erweisen könnte.

Geht doch, oder?

Das Problem wurde von den Institutionen durchaus wahrgenommen. Gemeinsam mit anderen Einrichtungen und in Kooperation mit UNICEF gründete die WHO die Initiative COVAX, die in Zusammenarbeit mit Regierungen und Herstellern sicherstellen soll, dass COVID-19-Impfstoffe sowohl für Länder mit höherem, vor allem aber mit niedrigerem Einkommen verfügbar sind. Seit der ersten Lieferung nach Ghana am 24. Februar 2021 seien mehr als 38 Millionen Impfstoffdosen abgegeben worden (Stand 8.4.2021). Geplant wäre, bis Jahresende 2 Milliarden Dosen Impfstoff einzukaufen und insbesondere an die ärmeren Ländern zu verteilen.

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