Mensch bleiben.
Gedicht von Benjamin Lapp gegen eine weitere Kommerzialisierung des Seins.
Selbst tief im Rachen der gefräßigen Bestie,
dort wo, angeleitet durch blindwütigen Caesarenwahn,
jegliche Empathie,
unter dem leeren Blick einer maskierten Verlorenheit,
zerstückelt und geopfert wird dem Götzendienst
maßlosen Amüsierens bis hin zum Verrecken,
finden, mit einem Gespür der Vorsehung,
kitzelnde Gedanken der Achtsamkeit
zueinander.
Es entspinnt sich zwischen diesen
einander wahrgenommenen Sprengel des Geistes
ein klandestiner Leitfaden wahrhaftigen Aufbruchs,
als rebellische Atemübungen in infernalen Zeiten
des alles überlagernden Hasses und des Schmerzes,
um sich in der wiederentdeckten Realität unseres Augenkontakts
an der Geburt einer lebendigen Welt zu laben.
Widerständig gegenüber all der kalten nackten Rohheit
in Sprache und Habitus
werden Hände zu prachtvollen Banner der Fürsorge
und Münder zu Herolde eines sakralen Crescendo
der aufziehenden Menschwerdung,
so dass Du, so dass Ich, so dass Wir
herauswachsen aus dem Schlund dieser Bestie in uns,
um, gesalbt mit dem Nimbus der Würde,
als soziale Wesen den Himmel küssen zu können.
Benjamin Lapp
Titelbild: Mensch bleiben (Unsere Zeitung / KI-generiert)

