Dialog
(Eine Verbeugung vor der Weiblichkeit)
Von Benjamin Lapp
Zwischen mir und ihrem Körper liegen, in Treue ergeben, Sphären der Vorstellung, so geheimnisvoll und Oktaven Tief, in denen es mich zu jenen Fragen hinab zieht, die mich erfüllen werden, um dann knospen reich zu ersprießen aus meinen Fingerkuppen, aus meinem Munde.
In der Genese des langen Pfades verschlüsselter Zeichen, ersuche ich in den Berührungen der Worte, fein austariert in Stille und Geflüster, dem Leben, der Liebe zu huldigen um inmitten dieser Symbiose die überlieferten Rollen der Selbstbezogenheit aus mir verschwinden zu lassen, Atemzug um Atemzug…
(Parenthese)
Durchdrungen von der Aura funkelnder Heiligkeit und frei jeden fremden Einfluss erheben und senken sich Wellen der Weiblichkeit. So zart erhaben und allein nach ihrem Ermessens-Takt bewegen sie sich in konzentrischen Kreisen und bringen aufs Neue die Verzauberung der Welt voran.
….Atemzug um Atemzug sichtbarer werdend, trete ich hervor, erhebe mich über bewohnte Auslassungen in den fremden Spiegelungen meines Körpers, und während ich noch sein Ersuchen vernehme auf der Himmelskarte verschlüsselter Zeichen wandeln zu dürfen, tanze ich schon mit überschäumender Leidenschaft auf dem Haupt der Welle, so Oktaven hoch, und nach der Blüte der Befreiung greifend.
In den aufkommenden Brandungen des zurückkehrenden Zaubers, fluten meine Berührungen durch das sich entwindende Geäst seiner sprießenden Selbstreflexionen, und die Sphäre zwischen mir und seinem Körper wird zum Zeremonienraum einer Krönungsmesse, in dem mit voller rebellischer Klarheit meine Worte widerhallen:
Ich war, ich bin und werde sein!
Titelbild: Unsere Zeitung / erstellt mit genspark.ai

