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Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer

Die Inflation in Österreich ist im Juli zwar gesunken, von echter Entlastung kann für viele Menschen aber keine Rede sein.

Ein Kommentar von Josef Stingl

Laut Schnellschätzung der Statistik Austria ist die Inflation in Österreich im Juli gegenüber dem Vorjahresmonat auf 2,7 Prozent gesunken. Damit liegt Österreich nach langer Zeit wieder knapp unter dem Durchschnitt im Euroraum, der laut Eurostat bei 2,9 Prozent liegt.

Doch stellt sich die Frage: Ist Österreich wirklich so gut, oder ist es vielmehr die EU, die Probleme hat? Vom zuständigen Finanzminister abwärts feiert die Bundesregierung diesen vermeintlichen Erfolg jedenfalls lautstark. Man verweist auf eine Politik gezielter Eingriffe, wie etwa die Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel, und hebt hervor, dass Österreich damit den fünften Platz innerhalb der EU erreicht hat. Sogar Deutschland liegt mit einer Inflationsrate von 2,8 Prozent knapp dahinter.

Doch der Blick zurück wirft ein anderes Licht auf die Situation: Seit 2023 lag die Teuerung in Österreich stets über dem EU-Durchschnitt (Eurostat): 

  • 2023: Österreich 7,8 %, EU-Schnitt 6,4 % 
  • 2024: Österreich 2,9 %, EU-Schnitt 2,6 %  
  • 2025: Österreich 3,6 %, EU-Schnitt 2,5 %  
  • 2026 (Jänner bis Juli): Österreich 3 %, EU-Schnitt 2,8 %

Angesichts dieser Zahlen wirkt es übertrieben, die “Sommer-Schwalbe” im Juli als großen Erfolg zu feiern. Seit Anfang 2023 summieren sich die jährlichen beziehungsweise bisherigen Teuerungsraten in Österreich rechnerisch auf 17,3 Prozent (3,2 Prozent mehr als der EU-Durchschnitt). Das ist kein exakt verketteter Inflationswert, zeigt aber die Größenordnung der Preissteigerungen, mit denen die Bevölkerung seither konfrontiert war.

Die Maßnahmen der Bundesregierung, wie die geringfügige Senkung der Mehrwertsteuer auf ausgewählte Lebensmittel oder die Begrenzung des Benzinpreises, zeigen lediglich begrenzte Wirkung. Gleichzeitig führen die Sparmaßnahmen auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene zu zusätzlichen Belastungen für die Bevölkerung. Der Effekt ist, dass die Menschen diesen Druck nach wie vor stark spüren. Die Jubelmeldungen zur gesunkenen Inflationsrate wirken deshalb auf viele Menschen wie ein Hohn.


Titelbild: Unsere Zeitung / KI-generiert mit nano-banana-pro

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