Kunst & Kante – „Unsere Idee ist voll aufgegangen!“
Am 5. März haben wir Kunst & Kante gestartet – ein Ort für Kunst, Diskurs und Solidarität. Am 14. Oktober laden wir zum großen Abschluss der Reihe „Frauen der Geschichte 2026“ (Hannah Arendt) ein.
Rückblick & Vorschau von Nina Maron & Michael Wögerer
Kunst anschauen, zuhören, diskutieren, widersprechen, lachen und gemeinsam weiterdenken – das ist die Idee hinter Kunst & Kante. In Ninas neuer Galerie in der Landstraßer Hauptstraße 72 im dritten Wiener Gemeindebezirk treffen bildende und darstellende Kunst auf aktuellen Diskurs sowie Geschichte auf Gegenwart.
Fünf Abende, fünf starke Frauen – und ganz viel Leben
Die ersten fünf Veranstaltungen liegen hinter uns – und wir sind persönlich noch immer beeindruckt davon, wie gut diese Abende angenommen wurden.
Rosa Luxemburg eröffnete die Reihe am 5. März zu ihrem 155. Geburtstag: die Galerie war bis auf den letzten Platz gefüllt, Michael gab einen Input in die Welt der Rosa Luxemburg, Betty Rossa & Kapelle verzauberten mit ihrer Musik und umrahmten die Ausstellung mit Werken von Monika Kohlbacher, Peter Rühle, Sigi und Nina Maron. Besonders schön war die anschließende Diskussion darüber, wie wir Frauen in der Geschichte sichtbar machen – und warum das noch immer notwendig ist.
Simone de Beauvoir stand am 14. April im Zentrum – zu ihrem 40. Todestag. Claudia Gerhartl setzte sich in einem ausführlichen Vortrag mit Beauvoir auseinander; die Ausstellung reichte vom feministischen Diskurs (Monika Kohlbacher) über Identitätssuche (Judith Amon) und Perspektiventausch (Torsten Rühle) bis zur Beziehung von Sartre und Beauvoir (Daniel Maria Thurau) – und führte direkt in eine lebhafte Diskussion über Simone de Beauvoir und den Feminismus.
Am 3. Juni wurde Josephine Baker musikalisch von Julian Preuschl an der Trompete und historisch von Michael Wögerer auf die Bühne gebracht. Unsere gemeinsame Erkenntnis: Bakers Platz in der (Frauen)Geschichte ist noch viel zu klein. Werke von Monika Kohlbacher, Nina Maron und Peter Rühle ergänzten den Abend auf ihre besondere Weise.
Der Abend zu Ingeborg Bachmann am 25. Juni wurde besonders spannend: Sareja Jenamani erzählte von ihrer Übersetzung von Bachmanns Gedichten aus dem Deutschen in die indoarische Sprache Oriya – und das Rätselraten, um welches Gedicht es sich wohl handelt, als sie die übersetzte Version vortrug, war ein Moment für sich. Dazu gemalte Werke zu Bachmann-Gedichten von Monika Herschberger sowie Porträts von Monika Kohlbacher und Nina Maron.
Audrey Tautou und der Film „Die fabelhafte Welt der Amélie“ machten den vorletzten Teil von Kunst & Kante am 9. August zu einem zauberhaften Abend mit Diskussionen über „Gott und die Welt“ und über die kleinen Gesten der Menschlichkeit.
Genau so!
Was uns an diesen fünf Veranstaltungen besonders gefallen hat: Es ging nicht darum, die historischen Fakten berühmter Frauen zu vermitteln. Es ging darum, ihnen Raum zu geben – in der Geschichte, in der Kunst, auf der Bühne und in unseren Gesprächen. Und es geht weiterhin darum, unterschiedliche Menschen zusammenzubringen. Kunst & Kante ist genau dafür der richtige Ort: Wir treffen uns, tauschen uns aus, haben teilweise unterschiedliche Meinungen und wollen trotzdem einen schönen Abend verbringen. Unsere Idee ist voll aufgegangen, weil ihr darauf eingegangen seid!
Extra-Rückblick: Zu Gast im WUK-Radio
Kurz vor der Eröffnung von „Kunst & Kante“ waren Nina und Michael am 2. März bei Margit Wolfsberger im WUK Radio zu Gast. Michael erzählt on air, wie man ihm bei der APA das Schreiben verbot – und wie er 2014 aus der Wut im Bauch Unsere Zeitung gründete: demokratisch, ohne Chef. Nina erzählt von ihrem Weg als freischaffende feministische Künstlerin und warum sie die UZ unterstützt. Thema sind auch die Beweggründe, Kunst & Kante zu starten – eine kleine Galerie, in der es um gemeinsame Abende mit Wein, Kunst und solidarischen Diskussionen geht. Reinhören!
Letzter Abend der Reihe „Frauen der Geschichte 2026“: Hannah Arendt
Fünf Abende sind vorbei – und wir freuen uns schon auf die nächsten: Zum großen Abschluss der Reihe laden wir am Mittwoch, 14. Oktober 2026, 18:00 Uhr, zu Hannah Arendt ein, die an diesem Tag ihren 120. Geburtstag gefeiert hätte. „Niemand hat das Recht zu gehorchen.“ Arendt analysierte die Mechanismen totalitärer Herrschaft und prägte den Begriff der „Banalität des Bösen“. Ihre Arbeiten sind ein Weckruf: Demokratie muss jeden Tag verteidigt werden – durch Mut, Denken und Zivilcourage.
Sei dabei!
Kunst & Kante
(Landstraßer Hauptstr. 72, 1030 Wien)



