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„Greulich Kulturpreis“ an Miriam Suter für Engagement gegen Gewalt an Frauen

Die Schweizer Journalistin Miriam Suter wurde in Zürich für ihre Arbeit rund um geschlechtsspezifische Gewalt und feministische Themen mit dem „Greulich-Kulturpreis“ ausgezeichnet. Die Verleihung des mit 10.000 Franken dotierten Preises fand am 26. Oktober statt und stand erstmals unter dem Thema „Feminismus“.

In ihrer Laudatio begründete die diesjährige Jurorin Anna Rosenwasser die Wahl:

„Miriam Suter schaut dorthin, wo andere lieber wegschauen. Sie schreibt über Gewalt gegen Frauen, über gesellschaftliche Machtverhältnisse und über das Versagen von Institutionen. Ihr Journalismus ist hartnäckig, mutig und dringend nötig.“

Miriam Suter

Suter bezeichnet sich selbst als „freie Journalistin für feministische und gesellschaftskritische Themen“. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind geschlechtsspezifische Gewalt und die Frage, weshalb Frauen selbst dann häufig nicht ausreichend geschützt werden, wenn die Gefahr bereits bekannt ist. Gemeinsam mit der Journalistin Natalia Widla veröffentlichte Suter zwei Bücher über sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt: „Hast du Nein gesagt? Vom Umgang mit sexualisierter Gewalt“ (2023) und „Niemals aus Liebe: Männergewalt an Frauen“ (2024). Beide erschienen im Limmat Verlag. Die Werke beleuchten neben den Erfahrungen von Betroffenen auch gesellschaftliche Strukturen, das Verhalten von Tätern sowie die Rolle von Polizei, Justiz und Politik.

Neben ihrer journalistischen Tätigkeit bietet Suter Workshops und Weiterbildungen zum Thema sexualisierte Gewalt, geschlechtsspezifische Gewalt und Antifeminismus an. Sie stellt fest:

„Gewalt gegen Frauen ist kein privates Problem. Wir müssen aufhören, nur die Betroffenen zu fragen, weshalb sie sich nicht besser geschützt haben. Wir müssen fragen, warum Täter Gewalt ausüben können – und warum ihre Umgebung so oft schweigt.“

Sie verstehe den Preis – der ihr sehr viel bedeutet – auch als „Anerkennung für all jene Menschen, die uns ihre Geschichten anvertrauen und damit dazu beitragen, dass sich etwas verändert“, so Suter.

Anna Rosenwasser, Autorin, Journalistin, Kolumnistin und Nationalrätin (SP/ZH), würdigte Suter als eine der wichtigsten feministischen Stimmen des Schweizer Journalismus:

„Miriam Suter macht sichtbar, was viel zu häufig unsichtbar bleibt: die Erfahrungen von Frauen, die Gewalt erleben, und die Mechanismen einer Gesellschaft, die den Tätern noch immer zu oft glaubt.“

Zum gesellschaftlichen Stellenwert der diesjährigen Verleihung erklärte Rosenwasser:

„Feminismus wird heute gerne als übertriebene Forderung oder als Ideologie abgetan. Dabei geht es im Kern um etwas sehr Einfaches: gleiche Rechte, gleiche Chancen und ein Leben ohne Gewalt. Gerade wenn der Gegenwind stärker wird, brauchen wir Menschen, die sich nicht einschüchtern lassen.“


Miriam Suter wurde 1988 in Brugg geboren, wuchs im Fricktal auf und lebt und arbeitet heute in Aarau und Zürich. Sie ist freischaffende Journalistin und schreibt unter anderem für die REPUBLIK und annabelle. Zudem ist sie Co-Autorin von „Ich bin Sexarbeiterin“ (2020) und produzierte mit der Slam-Poetin Lisa Christ den feministischen Podcast „Faust & Kupfer“. Im Jahr 2026 lancierte sie den Podcast „Übrigens“, in dem sie Alltag, Popkultur und gesellschaftspolitische Fragen aus feministischer Perspektive beleuchtet.

Der Greulich Stiftung Kulturpreis wurde im April 2005 gegründet und würdigt herausragende Leistungen im Schweizer Kulturjournalismus. Der Preis wird jährlich zu einem vom Greulich-Stiftungsrat festgelegten Thema vergeben.


Text: Michael Wögerer (aus Presseinformationen)
Titelbild: Collage (Unsere Zeitung / KI-generiert)

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