Klimawandel: „Kein Licht am Ende des Tunnels“

earth-pixabayNew York – Viel heiße Luft, aber keine konkreten Ergebnisse hat der UN-Klimagipfel am Dienstag in New York gebracht. Rund 100 Staats- und Regierungschefs nahmen am „Climate Summit 2014“ teil, darunter US-Präsident Barack Obama, der französische Präsident Francois Hollande und der britische Premierminister David Cameron. China entsandte Vize-Regierungschef Zhang Gaoli, Indien Umweltminister Prakash Javadekar. Aus Österreich sind Bundespräsident Heinz Fischer und Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP) in die USA gereist. Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel, die sich einst als „Klimakanzlerin“ hatte feiern lassen, glänzte durch Abwesenheit.

Der Präsident von Bolivien, Evo Morales, warnte vor der „Verletzung des Lebensrechts der Mutter Erde“. Wenn die „Konsumgier des Kapitalismus“ nicht eingeschränkt werde, „brauchen wir im Jahr 2050 vier Planeten“, um alle Ansprüche erfüllen zu können. Um die einzige Erde zu retten müsse man zu „realen und verantwortungsvollen Lösungen“ kommen. Dazu gehöre neben einer Reduzierung der Gasemissionen vor allem eine „Veränderung der Entwicklungsmodelle, die auf Konsum, Kapital und Markt orientiert sind“, so Morales in seiner Rede.

Venezuelas Präsident Nicolás Maduro erinnerte daran, dass seit dem großen Klimagipfel in Kopenhagen, an dem er als Außenminister den damaligen Staatschef Hugo Chávez begleitet hatte, fünf Jahre vergangen sind, ohne dass es substantielle Fortschritte gegeben habe. Der Klimawandel bedrohe den Planeten mit globaler Zerstörung und der Vernichtung des menschlichen Lebens – „und noch immer sehen wir kein Licht am Ende des Tunnels“. 20 Prozent der reichsten Länder der Welt verbrauchen derzeit weltweit 84 Prozent der Energie, verschmutzen die Erde und zerstören ihr Gleichgewicht. Dafür sei das herrschende Wirtschaftssystem verantwortlich, pflichtete Maduro seinem bolivianischen Amtskollegen bei.

An die Großmächte gerichtet fragte der venezolanische Präsident: „Wie lange noch sollen uns kapitalistische Lösungen innerhalb dieses alten, zerstörerischen Systems angeboten werden, um Probleme zu bewältigen, die es in den vergangenen 100 Jahren selbst geschaffen hat?“

Auch Hollywood-Star Leonardo DiCaprio hat die Teilnehmer zu Beginn des UN-Klimagipfels eindringlich zum Handeln aufgefordert. „Dieses Gremium muss vielleicht mehr als irgendein anderes Gremium jemals zuvor in der Geschichte der Menschheit diese schwierige, aber machbare Aufgabe angehen. Sie können Geschichte schreiben, oder von der Geschichte verteufelt werden“ so DiCaprio. „Mein Job ist es, Dinge vorzuspielen. Ihrer nicht.“, meinte der US-Schauspieler in seiner Rolle als besorgter Bürger.

Siehe auch „Vier Planeten“ von André Scheer (junge Welt)

Foto: pixabay

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