Steirische Landesregierung lehnt Topticket für Studierende ab

wo_bleibt_topticketBereits zum zweiten Mal machte die Initiative „Freie Fahrt voraus“ mit einer Tafelaktion vor dem Grazer Landhaus auf ihr Anliegen aufmerksam, das Topticket auch auf Studierende auszuweiten. Der steirische Landtag lehnte einen diesbezüglichen Antrag ab.

Graz – Eine von den steirischen HochschülerInnenschaften ins Leben gerufene Initiative setzt sich seit mehreren Monaten dafür ein, dass das Modell des Toptickets auch auf Studierende ausgeweitet wird. Das Topticket ermöglicht Schülerinnen und Lehrlingen, ein Jahr lang um 99 Euro alle öffentlichen Verkehrsmittel steiermarkweit zu nutzen. Studierende sind allerdings bisher davon ausgenommen.

Allein im Grazer Stadtbereich würde dieses Modell aktuell für StudentInnen eine Verbilligung von über hundert Euro bedeuten. Pendeln Studierende zum Studienort, fällt dieser Betrag dementsprechend höher aus. In einer von „Freie Fahrt voraus“ in Auftrag gegebenen Studie gaben zudem über sechzig Prozent der Befragten an, dass der derzeitige Preis der Studienkarte für sie ein Grund sei, diese erst gar nicht in Anspruch zu nehmen.

Eine Petition der Initiative an den steirischen Landtag fand über 20.000 UnterzeichnerInnen. Nach der Übergabe an den Landtagspräsidenten wurde diese im Petitionsausschuss des Landes behandelt. Seit nunmehr zwei Landtagssitzung machen die Studierenden auch durch Aktionen vor Sitzungsbeginn auf ihre Forderung aufmerksam.

Regierungsparteien lehnen Topticket ab

wo_bleibt_topticket2Die Regierungsparteien zeigen derweil kein offenes Ohr für das Anliegen der ÖH. Während das Topticket bereits im Budgetentwurf keine Beachtung fand, wurde in der gestrigen Landtagssitzung  ein Antrag der KPÖ auf Einführung des Toptickets für Studierende von SPÖ, ÖVP und FPÖ abgelehnt.

In Beantwortung einer Anfrage im Landtag bezifferte der zuständige Verkehrslandesrat Gerhard Kurzmann (FPÖ) die möglichen Kosten der Ausweitung des Tickets mit rund 3 Millionen Euro. Auch weitere Kosten seien möglich, die Datenlage dazu sei allerdings sehr gering. Seitens der Studierenden wurde bereits angekündigt, sich weiter für ein Topticket einzusetzen. Nach Schätzungen von „Freie Fahrt voraus“ könnte das Ticket auch wesentlich günstiger umsetzbar sein. Neben der finanziellen Situation der Studierenden, die ohnehin prekär sei, müsse man zudem den Nachhaltigkeitsaspekt des öffentlichen Verkehrs in diese Rechnung einkalkulieren.

Text: Alexander Melinz
Fotos: Initiative „Freie Fahrt voraus“ (fb)

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