Homöopathie: Ohne Wirkung, aber nicht harmlos

globuli1Ein Kommentar von Franz Fuchsbauer

Am Sonntag beginnt wieder die “Internationale Woche der Homöopathie” (10. – 16. April). Im Zuge dessen ist mit erhöhter Jubel-PR über Globuli & Co zu rechnen. Diese werden von einigen JournalistInnen zumeist unreflektiert übernommen.

Die Gesellschaft für kritisches Denken, GWUP Wien, weist deshalb in einer Aussendung darauf hin, worum es sich bei Homöopathie wirklich handelt. Obwohl diese als Arzneimittel gelten, gibt es im Arzneimittelgesetz zahlreiche Ausnahmen dafür.

Während gewöhnliche Medikamente wie etwa Thomapyrin oder Voltaren in aufwändigen, teuren Studien sowohl Wirksamkeit als auch Nebenwirkungen und Wechselwirkungen erforschen und offenlegen müssen, werden Homöopathika lediglich registriert. Sie müssen weder Wirksamkeit noch Nebenwirkungen in Studien nachweisen. Sie gelten auch dann als Arzneimittel, wenn sie nach hoher Verdünnung gar keinen Wirkstoff mehr enthalten.

Bis heute fehlt der Nachweis, dass Homöopathie mehr bewirken kann als den Placebo-Effekt. Es ist eine Scheinmedizin. Mit gutem Grund hat sich z.B. der Homöopathikaproduzent Heel aus den USA und Kanada unter hohen Abschlagszahlungen völlig zurückgezogen, als er sich mit der Androhung einer Sammelklage konfrontiert sah, die einen Nachweis der versprochenen Wirksamkeit seiner Produkte gefordert hatte.

Im Zuge der Internationalen Woche der Homöopathie werden auch wieder die Rufe nach Finanzierung von homöopathischen “Arzneimitteln” auf Krankenkasse laut. Dieser Forderung muss aber mit dem Hinweis “Kein Nachweis der Wirksamkeit – keine Finanzierung” klar widersprochen werden.

Woran unser Gesundheitssystem krankt sind nicht mangelnde Arzneimittel, sondern mangelnde Zeit für PatientInnen. Wer sich von seiner Ärztin, seinem Arzt verstanden fühlt, wird auch eher gesunden, als jemand der mit einem zwei-minütigen Anamnesegespräch abgeschasselt wird.

Homöopathie ist auch in der Hand von Ärzten nicht harmlos: Eine ernsthafte Krankheit kann übersehen, eine notwendige Behandlung verzögert werden. Homöopathen neigen auch zur Impfgegnerschaft und wenden sich damit gegen die Gesundheit des Einzelnen und der Bevölkerung.

Insbesondere bei Kindern sollte man mit Homöopathie vorsichtig sein. Diese werden dadurch zum Pillenschlucken erzogen. Stattdessen sollte bei Bagatellerkrankungen das Vertrauen in die Selbstheilung gestärkt werden. Ganz nach dem Motto: Eine Erkältung dauert mit Medikamenten 7 Tage – ohne Medikamente eine Woche.

Die Gesellschaft für kritisches Denken bietet auch an, unter Begleitung von Homöopathen und Wissenschaftlern an einem 3-Tage-Test mit Homöopathika teilzunehmen, die laut homöopathischem Arzneibuch (HAB) messbare Veränderungen im Körper bewirken sollen.

Das wäre durchaus ein interessantes Experiment.

Foto: Homöopathisches Arzneimittel (gemeinfrei); Titelbild: Globuli (pixabay.com; CC0 Public Domain)

4 Kommentare

  1. Homöopathika gibts ja nicht nur als Globuli, sondern auch in alkoholischer Lösung.
    Und Ethanol ist ein anerkanntes Karzinogen – das ist schon absurd wirkungslose Medizin plus Karzinogen. Wo bleibt da die Unbedenklichkeit.

  2. Während gewöhnliche Medikamente wie Thomapyrin, Voltaren Antibiotika, Cortison, Iboprofen, Paracetamol in angeblich aufwändigen und teuren Studien auf Wirksamkeit und Nebenwirkungen sowie Wechselwirkungen überprüft werden sollten und auch offengelegt werden sollten und echte Ergebnisse auch mitgeteilt werden sollten, werden diese so gedreht und verdreht, dass es für die Bigpharma passt. Alles was nicht passt, kommt möglicherweise in den „Schredder“ kleine Unstimmigkeiten werden noch aufgezeigt, um etwas Realität zu zeigen.
    Kein Wunder, dass wir Multi-Resistente Bakterien und Viren haben, die Mutieren und immer mehr chronische Krankheiten – aber die braucht die Pharma. Gesunde Menschen würde ihnen keine Milliarden Umsätze bringen.
    Ich habe mit Homöopathie und ganzheitlicher Medizin die besten Erfahrungen gemacht. Das ist gelebte Gesundheit. Damit fahre ich seit 30 jahren am Besten, zu Hause und auf Reisen in fremde Länder. Ich habe nicht mal eine Kopfschmerztablette wie Aspirin, Voltaren etc zu Hause.

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.