„Ohne Frieden ist ALLES NICHTS!“

Atomare SprengungGrußadresse von Alfred Kohlbacher zum Hiroshima-Tag 2016

August 1945: Atombomben löschen Hiroshima und Nagasaki aus
August 2016: Alles vergessen. Blind für die atomare Bedrohung in Gegenwart und Zukunft

August 2016: Krieg, Terror und Spannungen an allen Ecken und Enden der Erde. Imperiale Auseinandersetzungen und Stellvertreterkriege um die Weltmacht der Großmächte, Kriege und Spannungen regionaler Mächte. Die Hoffnungen auf Weltfrieden nach dem Ende des Kalten Krieges, auf Vernichtung der Atomwaffen und generelle Abrüstung wurden bitter enttäuscht. Im Gegenteil: massive Aufstockung der Militärbudgets, massive Rüstungskäufe, Modernisierung der Atomwaffenarsenale und der Trägersysteme.

August 1945: Am 6. und 9. August warfen US-Bomber zwei Atombomben auf die japanischen Küstenstädte Hiroshima und Nagasaki. Hunderttausende wurden sofort getötet, tausende Überlebende litten und starben an Krebs Jahre später. Selbst die Nachkommen der Überlebenden leiden an Spätfolgen. Der Einsatz der todbringenden Waffe war ein krimineller Akt, ein Kriegsverbrechen der US-Administration unter Präsident Harry S. Truman, da der Bomben bewusst auf Vernichtung der Zivilbevölkerung ausgerichtet war. In beiden Städten waren kaum japanische Truppen anwesend und die militärische Niederlage stand unmittelbar bevor. Das Kriegsverbrechen ist bis heute nicht geahndet. Selbst Präsident Barak Obama hat sich bei seinem kürzlich stattgefundenen Japanbesuch nicht einmal entschuldigt.

August 2016: Das Damoklesschwert eines gewaltigen Arsenals von tausenden Atomwaffen in den Händen der USA, Russlands, Großbritanniens, Frankreichs, Chinas, Indiens, Pakistans, Israels, Südafrikas und Nordkoreas und die in anderen Ländern stationierten Atomraketen schwebt seit 71 Jahren über alle Erdenbewohner. Die Atomwaffen und die Trägersysteme wurden in den letzten Jahren hinsichtlich Wirkung und Anwendung modernisiert. Ihre Vernichtungskraft ist heute ein Vielfaches im Vergleich zu den Bomben auf Hiroshima und Nagasaki. Die Möglichkeit von Explosionen von Atomwaffen, ob bewusst im Einsatz gegen Feinde oder durch Irrtümer, technisches Versagen oder Unfälle, ist allgegenwärtig. Ihre Wirkung würde Millionen Menschen vernichten, riesige Gebiete atomar verseuchen, ja sogar die Existenz der Menschheit gefährden und unsere Erde unbewohnbar machen.

Die Atomgefahr riecht man nicht, sieht, hört und spürt man nicht. Politik und Medien schweigen und die Menschen haben Hiroshima und Nagasaki vergessen. Nur wenige Menschen in Österreich wissen oder nehmen zur Kenntnis, dass Atomwaffen in Europa oder ihren Nachbarstaaten gelagert werden und Atomraketenbasen, v.a. in den NATO-Staaten (wie Deutschland, Italien, Frankreich etc.) errichtet wurden. Nur wenige wissen, dass mit Atomwaffen bestückte Kriegsschiffe , v.a. Atom-U-Boote ständig in den europäischen Meeren kreuzen und Bombengeschwader ständig startklar gehalten werden, um Atombomben zum Einsatz zu bringen. Aktuell hat die britische Regierung beschlossen, das Trident-Waffensystem mit ihren mit Atomraketen bewaffneten 4 Atom-U-Booten zu überholen und auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Dafür werden 37 Milliarden Euro aufgewendet. Die frischgebackene britische Premierministerin Theresa May erklärte, dass sie bereit sei, dieses Waffensystem einzusetzen.

An die europäische Sozialdemokratie in den NATO-Staaten ist die Frage zu richten, ob sie auch weiterhin die rasch wachsenden Rüstungsausgaben unterstützen wird. An Stelle dieser verhängnisvollen Politik sollte sich die Sozialdemokratie auf ihre Antikriegs- und Friedensmission in Zusammenarbeit mit der friedensorientierten Zivilgesellschaft besinnen und ihre Politik auf eine globale Entspannungs- und Friedenspolitik, auf die totale Abrüstung aller Atomwaffen sowie der chemischen und biologischen Waffen, auf eine rigorose Beschränkung konventioneller Waffen, auf ein Einfrieren der Verteidigungs- und Rüstungsausgaben und auf eine Auflösung aller Militärbündnisse ausrichten. Ohne Frieden ist ALLES NICHTS! Das ist eine große und schwere Aufgabe und hat mächtige Gegner. Doch die Menschen sehnen sich nach Frieden. Die Sozialdemokratie muss in ihrer Aufklärungs- und Bildungspolitik die ständig wachsenden Gefahren kriegerischer Auseinandersetzungen, auf das Zerstörungspotential verschiedenen Waffensysteme, insbesondere der Atomwaffen hinweisen und eine schulische Friedenserziehung verlangen. Aufgeklärte Menschen werden einer chauvinistischen oder religiös verbrämten Kriegspropaganda nicht mehr auf den Leim gehen und nicht mehr mit Hurra in vermeintlich „gerechten“ Kriegen ihr Leben opfern.

Nie wieder Krieg!
Es lebe das Leben!

Prof. DIng Alfred Kohlbacher, Karikaturist (u.a. für Unsere Zeitung) und Aktivist in der „Initiative für eine sozialistische Politik der SPÖ“

Alle Grußadressen zum Hiroshima-Tag 2016 zum Nachlesen auf hiroshima.at

Karikatur: „Atomarer Sprengung“ (Ali Kohlbacher)
Titelbild: Hiroshima-Gedenken 2016 (Unsere Zeitung)

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