Rechte Populisten – Bei uns habt ihr Pause!

Keine Aufmerksamkeit für Strache, Sellner & Co.! Unsere Zeitung beteiligt sich an der „Populistenpause“ von SOS Mitmensch

 „Unsere Aufmerksamkeit ist ein enorm wertvolles Gut. Von diesem hohen Gut hat in den vergangenen 30 Jahren keine politische Gruppierung in Österreich mehr profitiert als die populistische und extreme Rechte“, schreibt SOS Mitmensch und ruft zu einem einzigartigen Experiment auf. Ein Monat lang soll den rechten Populisten keine Aufmerksamkeit geschenkt werden. Das bedeutet: Keine Postings auf den sozialen Netzwerken, keine Erwähnung der rechten Provokateure in Kommentaren und kein Kommentieren von Einträgen, Artikeln, Bildern über sie, kein öffentliches Empören über rechtspopulistische und rechtsextreme österreichische PolitikerInnen, Parteien und Webseiten.

Unsere Zeitung wird sich an der Populistenpause im März beteiligen. Für 31 Tage stellen wir wichtigere Dinge in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit. Egal welche neuen Maßstäbe die populistische und extreme Rechte in Sachen Rassismus, Diffamierung, Lüge, Korruption und Peinlichkeiten setzt – wir schenken ihnen einfach unsere Empörung und Aufmerksamkeit nicht.

Aber ist das nicht undemokratisch?

Einige wenige unserer Leserinnen und Leser werden einwenden, dass gerade eine „demokratische Zeitung“ nicht eine politische Seite ignorieren kann. Wir halten dem entgegen, dass wir gerade weil wir eine demokratische Zeitung sind, jenen Parteien und Strömungen, die unsere Demokratie aushöhlen und letztlich zerstören wollen, keinen Platz einräumen dürfen. Außerdem…

Wir kennen doch schon alles

Uns sollte eigentlich bewusst sein, dass wir schon alles kennen, was die rechten Provokateure tun: Wir kennen die Schlagzeilen, die sie provozieren. Wir kennen die Ungeheuerlichkeiten, die sie immer wieder von sich geben. Wir kennen die Menschenverachtung und Skrupellosigkeit, mit der sie ihr Programm durchziehen und die sie zu ihrem Programm gemacht haben. Wir kennen ihre Menschenfeindlichkeit, ihren Rassismus, ihren Versuch immer wieder neue Keile zwischen die Menschen zu treiben. Wir kennen ihre nationalen und internationalen rechtsextremen Vernetzungen. Und wir kennen die Abläufe ihrer Veranstaltungen und Reden. Warum sollen wir also dem, was wir eh schon kennen, so viel Aufmerksamkeit schenken?

Zahlreiche Persönlichkeiten unterstützen die Populistenpause von SOS Mitmensch. Die renommierte Sprachwissenschaftlerin Ruth Wodak findet das Experiment ebenfalls gut, weil durch diese Aktion „das ‚rechtspopulistische Perpetuum mobile’ durchbrochen (wird), das bekanntlich bewirkt, dass alle nur mehr auf die ‚Sager‘ der Rechtspopulisten reagieren anstatt ihre eigene Themen zu verfolgen“, erklärt Wodak.

SOS Mitmensch betont, dass sie damit kein Ende der Kritik an der populistischen und extremen Rechten in Österreich bezwecken wollen. Keineswegs soll Rechtsextremismus verharmlost, ignoriert oder gar normalisiert werden. „Wir werden weiterhin vehement dagegen ankämpfen, dass Rechtsextreme in Machtpositionen gelangen. Aber dieser eine Monat Pause ist ein dringend notwendiger Impuls! Er wird unser Bewusstsein schärfen, wie Populisten und Extremisten mit unserer Aufmerksamkeit und Empörung spielen. Und er wird uns helfen, mehr Klarheit zu gewinnen, welche Reaktion den rechten Provokateuren schadet und welche ihnen nutzt.“, so SOS Mitmensch.

Mehr Infos zur Populistenpause auf www.sosmitmensch.at/populistenpause

Fotos: SOS Mitmensch (fb)

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