ÖH-Wahlen: KSV/KJÖ

Unsere Zeitung hat auch heuer wieder alle progressiven Listen, die bei den ÖH Wahlen 2017 kandidieren (GRAS, VSStÖ, FLÖ, KSV-LiLi und KSV/KJÖ), dazu eingeladen, uns einen Beitrag von maximal 3.000 Zeichen zu schicken, den wir ungekürzt und unkommentiert veröffentlichen. Ob es sich um einen Kommentar, Artikel, ein Video oder Sonstiges handelt war ihnen selbst überlassen, sofern es unseren prinzipiellen Spielregeln und Grundsätzen nicht widerspricht. Wir überlassen es nun unseren kritischen Leserinnen und Lesern selbst zu entscheiden, was plumpe Wahlpropaganda oder ein innovativer Beitrag ist.

Die vierte Einsendung kam von KSV/KJÖ:

Sozialismus oder Barbarei

Der Umbau der Unis, als ehemalige Institutionen mit dem Anspruch einer umfassenden Bildung hin zur unternehmerischen Hochschule ist nur vor dem Hintergrund der kapitalistischen Entwicklungen zu verstehen. Marx erkannte, dass Politik, Recht und Bildung der Überbau der Ökonomie sind, wenn diese sich wandelt, wandelt sich auch der Überbau. Die unternehmerische Hochschule, welche mittels der Bologna-Prozesse auf EU Ebene und der Universitätsgesetzgebung in Österreich von 2002 verwirklicht wurde und wird zeigt dies deutlich.

In der Nachkriegszeit bestand ein großer Bedarf an Aufbau von Infrastruktur, sowie einer Verbreitung von Massenkonsumartikeln, wodurch die Produktion in den Zentren des Kapitalismus den dominierenden Sektor ausmachte. Ende der 70er Jahre kam es jedoch, wie dem Kapitalismus in seiner Anarchie der Produktion eingeschrieben ist, zu einer Überproduktionskrise, welche notwendigerweise zu einem Umbau führt. Mit dem Zusammenbruch der sozialistischen Konkurrenz war dem Neoliberalismus in Kontinentaleuropa der Weg freigeschlagen.

Die Gesellschaft und auch die Unis werden auf die gewandelten Bedürfnisse des Kapitalismus ausgerichtet, mittlerweile sind 70% der LohnarbeiterInnen (AT) im Dienstleistungsbereich angestellt. Somit sind auch neue oder andere Kompetenzen gefragt, um den Wettbewerbsstandort zu sichern, zeitgemäße Arbeitskraft ist flexibel, selbständig und mit marktrelevantem Wissen ausgestattet. Hinzu kommt die immer weiter voranschreitende Technisierung großer Wirtschaftsbereiche, die eine andere Ausbildung nötig machen als das früher der Fall war.

Als KommunistInnen setzen wir dem nicht nur unmittelbare Forderungen entgegen, die an die momentanen Probleme der Studierenden, wie Leistungsdruck, prekäre Beschäftigungen und zu hohe Mieten anknüpfen sondern stellen dem Kapitalismus den Sozialismus entgegen.

Der Sozialismus ist eine Gesellschaft in der nicht mehr Profite weniger an oberster Stelle stehen. Er ist eine Gesellschaft die von jedem/r selbst mitorganisiert und -gestaltet wird. Im Sozialismus wird der Reichtum nicht in den Händen weniger akkumuliert. Vielmehr wird der Reichtum der von der Gesellschaft geschaffen wird auch von dieser angeeignet, die Verwendung gemeinsam bestimmt und organisiert.

In einer solchen Gesellschaft hat eine Universität eine andere Funktion. Sie dient nicht dazu möglichst billige Fachkräfte auszubilden, die über die Grenzen ihres Fachgebiets hinaus nicht in der Lage sind Erkenntnisse zu gewinnen. Eine Universität in einer Gesellschaft die sich selbst organisiert, vermittelt jedem/r die nötige Bildung, um diese mitzugestalten. Unis müssen dazu dienen einen emanzipierten Menschen zu schaffen, das kann aber nicht nur über Theorie vermittelt werden. Deshalb unterscheidet sich die sozialistische Universität nicht nur formal von der kapitalistischen, vielmehr ist es eine Uni die Studierende, Forschende und Lehrende gemeinsam und im Austausch mit Gesellschaft organisieren und gestalten.

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Bisher:

Anmerkung der Redaktion: Die Unabhängigen Fachschaftslisten Österreichs (FLÖ) haben dankend auf die Möglichkeit zur Präsentation verzichtet.

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