Welt-Wetter-Organisation gibt Treibhausgas-Warnung aus

Global Warming
Global Warming - Warnung der World Meteorological Organization (WMO)

Laut der World Meteorological Organization (WMO) hat die Menge an Treibhausgasen in der Atmosphäre im Vorjahr einen neuen historischen Höchststand erreicht. Und es gibt keine Anzeichen für eine Trendwende, welche den langfristigen Klimawandel, den Anstieg des Meeresspiegels, die Versäuerung der Meere und immer extremeres Wetter bremsen könnte.

Von R. Manoutschehri

„Für die Wissenschaft ist es klar. Ohne schnelle Einsparungen von CO2 und anderen Treibhausgasen wird der Klimawandel zunehmend zerstörerische und irreversible Auswirkungen auf das Leben auf der Erde haben. Das Zeitfenster für Maßnahmen ist fast geschlossen“, sagte WMO-Generalsekretär Petteri Taalas.

Laut dem Greenhouse Gas Bulletin der WMO erreichten 2017 die global gemittelten Kohlendioxid (CO2) Konzentrationen 405,5 ppm (Teile pro Million). Im Vergleich zu 403,3 ppm im Jahr 2016 und dem Jahr 2015, in dem erstmals seit Menschengedenken die 400 ppm Marke überschritten wurde.

Auch die Konzentrationen von Methan (CH4) und Lachgas (N2O) stiegen weiterhin an. Atmosphärisches Methan erreichte 2017 den neuen Höchststand von etwa 1859 ppb (Teile pro Milliarde) und liegt jetzt bei 257% des vorindustriellen Niveaus. Lachgas liegt bei 329,9 ppb, das sind 122% des vorindustriellen Niveaus.

Ebenfalls beobachtet wurde ein Wiederaufleben des eigentlich schon längst verbotenen Ozonschicht-Killers Fluorchlorkohlenwasserstoff (FCKW, bzw. Trichlorofluoromethane CFC-11). Seit 1990 ist eine Zunahme des die Atmosphäre aufheizenden Strahlungsantriebes durch langlebige Treibhausgase um 41% erfolgt und der CO2-Anteil ist in den letzten zehn Jahren um 82% gestiegen, wie die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) im WMO-Bulletin zitiert wird.

Infografik
Infografik der World Meteorological Organization (WMO), Greenhouse Gas Bulletin.

Wir bekommen ein Klima, wie vor Millionen Jahren

„Das letzte Mal, dass die Erde eine vergleichbare CO2-Konzentration hatte, war vor 3-5 Millionen Jahren, als die Temperatur um 2-3 ° C wärmer war und der Meeresspiegel 10-20 Meter höher war als jetzt“, sagt Taalas zwecks anschaulicher Einordnung der Situation.

Wobei: Im heurigen Jahr 2018 stiegen die CO2-Konzentrationen übrigens bereits vereinzelt auf 410 ppm an, was Paleoklimatologen veranlasste, diesen Vergleich sogar auf 15 Millionen Jahre auszudehnen. Wir sehen einem Klima entgegen, das zuletzt im erdgeschichtlichen Zeitalter des Miozäns herrschte, als sich durch die Verschiebung der Kontinentalplatten Gebirge wie der Himalaya oder die Rocky Mountains bildeten …

„CO2 bleibt hunderte von Jahren in der Atmosphäre und noch länger in den Ozeanen. Und derzeit gibt es keinen Zauberstab, um das gesamte überschüssige CO2 aus der Atmosphäre zu entfernen“, sagte die stellvertretende WMO-Generalsekretärin Elena Manaenkova. „Jeder Bruchteil an weiterer globaler Erwärmung spielt jetzt eine Rolle.

Denk-, Energie- und Systemwende muss jetzt einsetzen

„In allen Bereichen der Gesellschaft und der Wirtschaft ist jetzt eine tiefe und rasche Reduzierung der Kohlendioxid- und anderen Treibhausgasemissionen erforderlich. Der weiterhin steigende Trend bei den Treibhausgaskonzentrationen unterstreicht die Dringlichkeit dieser Emissionssenkungen “, sagte der Vorsitzende des IPCC, Hoesung Lee.

Das WMO Greenhouse Gas Bulletin berichtet über die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre. Emissionen repräsentieren, was in die Atmosphäre vorgeht. Konzentrationen stellen dar, was in der Atmosphäre nach dem komplexen System der Wechselwirkungen zwischen Atmosphäre, Biosphäre, Lithosphäre, Kryosphäre und Ozeanen verbleibt. Etwa ein Viertel der Gesamtemissionen wird von den Ozeanen und ein weiteres Viertel von der Biosphäre absorbiert.

Die WMO- und UNEP-Berichte ergänzen den Sonderbericht des IPCC über die globale Erwärmung von 1,5 °Grad und unterstreichen, dass die CO2-Nettoemissionen um 2050 Null erreichen müssen (die Menge an CO2, die in die Atmosphäre gelangt, muss der Menge entsprechen, die durch natürliche und technische Senken entfernt wird), um den globalen Temperaturanstieg unter 1,5 ° Grad zu halten und somit die Risiken für das menschliche Wohlbefinden, die Ökosysteme sowie eine nachhaltige Entwicklung zu verringern.

Ein gesonderter Emissions Gap Report des UN-Umweltamts (UNEP), der am 27. November veröffentlicht werden soll, befasst sich mit den daraus resultierenden politischen Verpflichtungen der Länder zur Verringerung der Treibhausgasemissionen. Zusammen bilden die Berichte eine wissenschaftliche Grundlage für die Entscheidungsfindung bei den UN-Klimaverhandlungen, die zu Umsetzungsleitlinien des Pariser Klimaabkommens führen sollen.

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