Mai 2019 – Höchste CO2 Werte seit Millionen Jahren und Tropen-Temperaturen am Polarkreis

Am Samstag den 11. Mai 2019 überschritt die CO2 Konzentration in der Atmosphäre erstmals 415 ppm – ‪steuern wir unrettbar auf ein Klima wie vor 15 Millionen Jahren‬ zu?

Von R. Manoutschehri

Die Messungen des Mauna Loa Observatoriums in Hawaii sind offiziell bestätigt: Am Samstag den 11. Mai 2019 überschritt die CO2 Konzentration in der Atmosphäre erstmals 415 ppm – der Stand am 12. Mai lag bei 415,36 ppm (ppm = Teile pro Million). ‪

Das letzte Mal in der Erdgeschichte gab es solche Werte vor rund 15 Millionen Jahren im Zeitalter des Miozän‬, als sich durch die Verschiebung der Kontinentalplatten Gebirge wie der Himalaya oder die Rocky Mountains bildeten und die Erde von Tropischem Klima geprägt war‪.‬

Nur 4 Jahre nachdem die markante 400 ppm Marke erstmals seit Menschengedenken überschritten wurde und die Klimawissenschaftler davor warnten, dass dies nun zum Dauerzustand werden könne, zeigt sich, dass der Trend nicht nur ein Bleibender ist, sondern sogar rasant weiter steigt. Wobei laut Ralph Keeling, Leiter des CO2 Monitorings der Scripps Institution of Oceanography, aktuell auch das Wetterphänomen El Nino mitverantwortlich für den jüngsten Anstieg sei.

Laut der US-Wetterbehörde NOAA sind drei der vier höchsten Anstiege der Konzentration (von 270 ppm vorindustriell) in den letzten vier Jahren geschehen. Und während der letzten zwei Jahrzehnte sei der Anstieg durch anthropogenen Einfluss etwa 100 Mal schneller abgelaufen, wie Bisherige natürlichen Urprungs – etwa am Ende der letzten Eiszeit vor 11.000-17.000 Jahren.

CO2 und Treibhauseffekt gehen Hand in Hand

Parallel dazu werden außergewöhnliche Hitzewellen in den Permafrostgebieten Alaskas und Sibiriens gemeldet. Im Norden Russlands, am Rande des Polarkreises, hatte es am 12. Mai unvorstellbare plus 31 Grad Celsius und in der Region des Baikalsees wüten gerade großflächige Waldbrände. Das Auftauen und der Verlust von Eismassen geht weit rascher voran, als sich selbst die Klimaforscher bis vor Kurzem noch ausrechnen konnten.

Das WMO Greenhouse Gas Bulletin fasste die Welt-Lage jüngst zusammen: Die letzten fünf Jahre waren die Wärmsten seit Anbeginn der Temperaturaufzeichnungen im Jahre 1850 – und: Die 20 wärmsten Jahre waren in den letzten 22 Jahren. Damit ist ein langfristig anhaltender Klimawandel und sein Zusammenhang mit den höchsten je gemessenen CO2 und Treibhausgaskonzentrationen unbestreitbar geworden, weil er nicht nur durch Klimamodelle nachzuweisen, sondern schlicht und einfach zu beobachten ist.

Viel Zeit bleibt nicht mehr, um gegenzusteuern

Für noch ausreichend wirksame Gegenmaßnahmen und eine Dekarbonisierung bleibt immer weniger Zeit. Denn selbst wenn die Netto-Null-Emission von Treibhausgasen laut Pariser Klimaabkommen bis 2050 gelingt, werden Klimawandel und seine Folgen noch lange weiter bestehen. „CO2 bleibt hunderte von Jahren in der Atmosphäre und noch länger in den Ozeanen. Und derzeit gibt es keinen Zauberstab, um das gesamte überschüssige CO2 aus der Atmosphäre zu entfernen “, sagte die stellvertretende WMO-Generalsekretärin Elena Manaenkova. „Jeder Bruchteil an weiterer globaler Erwärmung spielt jetzt eine Rolle.“

 

Link: 415,36 ppm CO2 Konzentration – die Keeling Kurve vom 12. Mai 2019 bei der Scripps Institution of Oceanography

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