Cooldown!

100 Worte zum Sonntag von Michael Wögerer

Die Stimmung beim Thema Corona ist am Siedepunkt, die Fronten verhärtet und die Mauern scheinen unüberwindbar.

Doch das muss nicht sein! Nicht jede*r Teilnehmer*in auf der gestrigen Demo glaubt an Verschwörungen oder ist gar rechtsextrem, ebenso wenig wie uns die Virolog*innen alle einsperren wollen. „Schwurbler“ gibt es auf beiden Seiten und den mannigfaltigen Ängsten – ob rational oder irrational – sollten wir zuallererst menschlich begegnen.

Nutzen wir den Lockdown deshalb auch für einen Cooldown! Was wir dringend brauchen ist ein gewaltfreies Aufeinanderzugehen, auch wenn wir die Welt des anderen (noch) nicht verstehen. Schaffen wir Begegnungen, obwohl wir uns derzeit nicht treffen können!

Titelbild: pixabay

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2 Gedanken zu „Cooldown!

  • 22. November 2021 um 10:57
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    Tja, cooldown! – Leicht gesagt -, aber wie, ohne Entbindung von Verantwortung?!? – Der Lockdow verführt uns immer stärker zu digitaler Entlebendigung. Solange wir uns dessen bewußt sind, haben wir noch eine Chance, uns von der „smarten Diktatur“ nicht total vereinnahmen zu lassen, so schwer das jetzt im neuerlichen Lockdown auch sein mag. Nichtsdestotrotz, üben wir uns in Lebendigkeit – und das geht nur analog / offline!

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  • 22. November 2021 um 18:05
    Permalink

    Ich teile die Ansichten von Michael Wögerer in dem Fall nicht:

    Impfverweigerern wurde sehr viel Zeit gegeben sich mit der Materie auseinanderzusetzen. Trotzdem haben sich viele von ihnen dazu entschieden die Überlastung des Krankenhauspersonals, wirtschaftlichen Schaden, Krankheit und Tod von Menschen in Kauf zu nehmen. Dabei haben sie sich auf einen unsinnigen Freiheitsbegriff berufen, der offensichtlich genau dort beginnt, wo die Freiheit anderer endet.

    So sehr ich das ablehne, wundert es mich gleichzeitig leider nicht mehr, dass offensichtlich viele Menschen kein Problem damit haben gemeinsam mit Nazis und Rechtsextremen auf die Straße zu gehen. Wer am 20.11. 2021 in Wien dabei war, musste wissen, dass die FPÖ zur Demonstration aufgerufen hat. Diese Partei hat ganz offen den Identitären zugewilligt die Demonstration anzuführen.

    Deren Transparente richteten sich gegen den „großen Austausch“ und für eine Festung Europa.
    Menschen die sich hinter solchen Parolen versammeln, sollten sich nicht darüber wundern und wehleidig beklagen, wenn ihnen vorgeworfen wird Faschismus zu fördern oder gar selbst faschistisch oder rechtsextremistisch gesinnt zu sein. Denn schließlich obliegt es ihrer Eigenverantwortung sich zu entscheiden mit wem sie gemeinsame Sache machen.

    In Michael Wögerers Text vermisse ich daher auch eine klare Distanzierung von Kooperationen mit Nazis und Rechtsextremen. Dass er selber keiner von den Ewiggstrigen ist und für diese auch keine Sympatien hegt, ist mir dabei natürlich völlig klar.

    Es gibt eine gefährliche Tendenz innerhalb der Linken die Widersprüche in unserer Gesellschaft zu verdecken, eine unkritische Haltung gegenüber Rechtsextremismus zu verharmlosen und mit Anhänger_innen von obskuren Erzählungen bzw. Interpretationen der Wirklichkeit gemeinsame Sache zu machen. Mit so einer „Wir-sind-doch-alle-eine-(Volks?)familie“- Haltung kommt man vielleicht in die Hofburg. Einer rationalen und fortschrittlichen Diskussion dient das nicht.

    Anstatt jenen gegenüber Verständnis zu zeigen, die gemeinsam mit Vertretern menschenverachtender Weltanschauungen demonstrieren, wäre eine konsequente Kritik am verantwortungslosen und demokratie – v.a. aber klassenfeindlichen Verhalten der Regierenden angebracht.

    Eine bloße Verhaberung mit einer indifferenten Masse führt zu nichts, trägt aber dazu bei, dass Rechtsextremismus und Nationalsozialismus mehr und mehr als bloße Meinungen unter vielen als akzeptabel erscheinen.

    Um es hier klar zu sagen: Ich begrüße die Impfpflicht, habe aber immer noch die Hoffnung, dass es v.a. ein Versagen der widerlichen schwarz-grünen Regierung war, dass diese notwendig wurde. Ich klammere mich an den Gedanken, dass bei entsprechender Aufklärung und Unterstützung der Menschen in Österreich keine so beschämenden Impfzahlen zustande gekommen wären.

    Antwort

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