Lateinamerika: Weitere zwei Millionen Hektar Wald zerstört

Das Amazonasgebiet hat im Jahr 2021 weitere zwei Millionen Hektar Urwald verloren, hauptsächlich aufgrund von Abholzung in Brasilien, Bolivien, Peru und Kolumbien. Dazu kamen noch Waldbrände.

Von NPLA

Obwohl sich die Abholzung im Vergleich zu 2020 leicht verringert hat, war der für 2021 registrierte Waldverlust noch immer der sechsthöchste in den letzten Jahrzehnten. Die 2021 im Amazonasgebiet verschwundene Waldfläche entspricht etwa einer Million Fußballfeldern.

Im Vergleich zu 2020 hat die vorsätzliche Abholzung leicht zugenommen, während sich die Zahl der Waldbrände verringert hat und sich hauptsächlich auf Brasilien und Bolivien konzentriert. Das geht aus dem jüngsten Bericht des Projekts zur Überwachung des andinen Amazonasgebietes MAAP (Monitoring of the Andean Amazon Project) hervor, das dafür Daten der Universität von Maryland verwendet hat.

Abholzung

Der Bericht zeigt, dass die Abholzung der Urwälder in den vergangenen Jahren immer weiter zugenommen hat. 2021 wurde die größte abgeholzte Waldfläche seit 2017 verzeichnet und die fünftgrößte seit 2002.

In Brasilien konzentrierte sich die Abholzung hauptsächlich entlang der Landstraßen in den Bundesstaaten Acre, Amazonas, Pará und Rondonia. Es konnte zudem festgestellt werden, dass viele Abholzungen auf vorhergehende Waldbrände folgten, um Gebiete für Land- und Vielwirtschaft zu erschließen. In Bolivien war 2020 das Jahr mit der dritthöchsten Abholzung, nach 2016 und 1017. Dies hängt überwiegend mit der industriellen Landwirtschaft zusammen.

In Peru hingegen ist die Abholzung im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen, die vernichtete Waldfläche war aber immer noch die sechstgrößte der vergangenen Jahre. Der höchste Waldverlust wurde hier in den Provinzen Ucayali und Madre de Dios verzeichnet. Zu erwähnen ist, dass im peruanischen Amazonasgebiet zwar die Abholzung für den Goldbergbau zurückgegangen ist; dafür hat sie zu Gunsten der Landwirtschaft zugenommen, wie zum Beispiel nach der Errichtung einer neuen Mennoniten-Siedlung.

Auch in Kolumbien ist die Abholzung im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen, die abgeholzte Fläche ist aber immer noch eine der vier größten jemals registrierten. Hauptgründe sind Landaneignung, Straßenbau und extensive Viehwirtschaft.

Waldbrände

Auch bei den Waldbränden wurde ein leichter Rückgang im Vergleich zu 2020 registriert, die abgebrannte Waldfläche ist aber immer noch die viertgrößte in den vergangenen sechs Jahren, in denen die schlimmsten jemals gemessenen Waldbrände stattfanden.

Der 2021 verzeichnete Waldverlust geht zu 22 Prozent auf das Konto von Waldbränden und zu 78 Prozent auf das Konto von Abholzung. Die größten Schäden wurden im Südosten von Brasilien und Bolivien registriert. In Brasilien waren von den Feuern vor allem Urwälder im Bundesstaat Mato Grosso betroffen. In Bolivien beschädigten die Brände wichtige Ökosysteme, vor allem den Trockenwald Chiquitano.


Dieser Beitrag erschien am 02.06.022 auf npla.de, lizensiert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international. 

Titelbild: Amazonas-Regenwald in Bolivien. Dirk Embert / WWF, CC BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia Commons

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