Klimawandel am Arbeitsmarkt: Ein Schulterschluss von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft für eine klimaneutrale, humane Beschäftigungspolitik

Es gibt noch viel Raum nach oben beim Thema “Klimawandel am Arbeitsmarkt”. Denn es geht letztlich um die fundamentale Frage, wie wir, in Solidarität mit der globalen Gesellschaft, unser allgemeines Menschenrecht auf gesunde Lebensmittel sichern können.

Ein Gastkommentar von Ilse Kleinschuster

Während eine herrschende Welt- und Geldwirtschaft zur Dekarbonisierung aufrüstet, täten alle zivilgesellschaftlich engagierten Kräfte, denen es um mehr Menschlichkeit geht, gut daran, einen möglichst ökologisch-nachhaltigen Wohlstand und Fairness anzustreben, sozusagen einen „Green NEW Deal“. Wie also könnte Klimawandel am Arbeitsplatz aussehen?

Entsprechende Fragen, die sich Mensch bei der Suche nach einem wirklich nachhaltigen Arbeitsplatz stellt, sollten zunächst einmal grundsätzlich gestellt werden können. Nicht nur kognitiv, sondern auch ökonomisch. Ob die Einführung eines Grundeinkommens die Entscheidung immer erleichtern würde, also, ob die existentielle Absicherung ein Garant dafür sein könnte, dass sich mehr Menschen für einen nachhaltigen Arbeitsplatz entscheiden, bleibt dahingestellt.

Für mich ist es gut vorstellbar, dass es jetzt – in krisengeschüttelten Zeiten des Klimawandels – immer mehr Menschen gibt, die sich einbringen wollen und sich fragen, was sind meine Begabungen, meine Wertvorstellungen und die demnach sich eine Beschäftigung suchen, die zur Erfüllung ihrer Vision von einem „guten Leben für alle“ etwas beitragen kann.

„Wir brauchen eine Gasdeckel, Strategien für die EE-Wirtschaft“ (Pamela Rendi Wagner)

Ja, es braucht Maßnahmen vonseiten der Politik an allen Ecken und Enden. Ja, und das bedeutet, dass es längst schon eine neue „Hausordnung für das Raumschiff Erde“ braucht. Immer schwieriger wird es aber, den Kuchen so zu verteilen, dass die ganze Besatzung ein Stück davon abbekommt. Also müssen wir dem guten Aufgehen und der Verfeinerung des ökonomisch-ökologischen Kuchens nicht nur mehr Aufmerksamkeit widmen, sondern zugleich auch seiner fairen Aufteilung. 

Der erfolgreiche Übergang zu „Netto-Null“ (net-zero) sollte daran gemessen werden, inwieweit die Raumschiff-Besatzung damit einverstanden ist. Ein Schulterschluss von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft für eine derartige „Net-Zero“-Economy könnte Gutes verheißen, wenn von einer Mehrheit gewollt, er könnte 2040 in einer Epoche der Wohlergehens-Ökonomie („Well-being“-Econmy) enden und so das Überleben für unseren Planeten sichern. Die junge Generation (Fridays for Future und ihre ‚Jünger‘) erwartet sich schon lange entsprechende politische Maßnahmen, ihre Geduld ist endendwollend, so dass es nicht verwundert, dass sie, teils in Form von ‚ärgerlichem‘ Aktionismus, bereit ist als die sg. „last generation“ dafür zu kämpfen.

Aber mit einer Strategie für die EE-Wirtschaft allein wird es nicht getan sein. Vielmehr bräuchte es auch noch einen Plan für ein gesundes Ernährungssystem für Mensch und Planeten.

Die Art wie wir – global betrachtet – Landwirtschaft betreiben und Lebensmittel transportieren und verbrauchen, belastet die planetaren Grenzen mehr als alles andere. Der Agrarsektor ist einer der größten Verursacher von Treibhausgasemissionen, die wichtigste Ursache für Entwaldung und den Verlust von Biodiversität und der bei weitem größte Verbraucher von Süßwasser. Dazu kommt ein Übermaß an Düngemitteln, die riesige Totzonen erzeugen und die globale Erwärmung vorantreiben.

Daher braucht es dringend auch einen Plan zur Umstrukturierung der Landwirtschaftsbetriebe. Es gibt sie ja vielfach schon, diese Klein- und Mittelbetriebe, die mittels regenerativer Methoden die Landwirtschaft radikal verändern. Dieser Bereich allein schon würde unglaublich viele klimaneutrale Arbeitsplätze schaffen! Aber nicht nur in der Revolutionierung der Landwirtschaft, auch in der Umstellung der Ernährung und in der Verhinderung von Nahrungsmittelverlust und -verschwendung könnten durch klimaneutrale Vorgehensweisen und entsprechende politische Maßnahmen viel mehr Menschen in sinnvoller Beschäftigung ihre Entlohnung finden. 


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Titelbild: Unsplash

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